Das beliebte Online-Rollenspiel Order & Chaos ist seit dem letzten Update auch ohne Abo-Gebühr spielbar. Der französische Publisher Gameloft scheint festgestellt zu haben, dass die In-App-Käufe deutlich mehr Geld in die Kasse spülen. Dies ist auch nicht weiter verwunderlich, da es die besten Waffen und Rüstungen im Spiel nur dann gibt, wenn der Spieler bereit ist echtes Geld in Form von sogenannten Runen zu investieren. Wer also in den schwereren PVE-Dungeons bestehen will, oder im PVP nicht ständig verlieren möchte, wird zwangsläufig die Geldbörse öffnen müssen, um mit den anderen Mitspieler konkurrieren zu können.
So weit gibt es nichts an Gamelofts Geschäftsmodell auszusetzen, da der Betrieb der Server und die Weiterentwicklung des Spiels Geld kostet. Obwohl es sich bei Order & Chaos eher mehr als weniger um einen World-of-Warcraft-Klon handelt, so ist dieser doch gut gelungen und macht großen Spaß.
Inzwischen treibt es Gameloft mit dem Geschäftssinn aber meiner Ansicht nach zu weit. Der Software-Hersteller hat ein Glücksspiel, die sogenannte Lotterie, ins Spiel integriert. Die Gratis-Variante der Zockerei scheint perfekt zu sein um die Gamer anzufixen. Einmal täglich kann man kostenlos einen Gegenstand von niedrigem Wert über die Lotterie beziehen. Wer bessere Gegenstände möchte (Und wer will das nicht?), muss wieder einmal Runen, sprich echtes Geld investieren. Die Lotterie macht dabei ihrem Namen alle Ehre. Der Spieler weiß nicht, welchen Wert der erspielte Gegenstand haben wird. In der Regel handelt es sich um Materialien wie zum Beispiel Essenzen, die zum Herstellen von Rüstungen benötigt werden. Die Lotterie verspricht aber auch die Chance wertvolle Waffen zu erhalten, jedoch ist die Wahrscheinlichkeit so gering, dass der Spieler erst einige hundert Euro investieren muss, bevor er solch ein wertvolles Item erhält. Da echtes Geld investiert werden muss, hat Gameloft ein Glücksspiel erschaffen, auf das auch Kinder und Jugendliche Zugriff haben. Die Gefahr der Spielsucht sollte dabei nicht unterschätzt werden, zumal Kinder oft kein Gefühl für den Wert von Geld haben. Aber auch Erwachsene werden sich leicht in der Lotterie verlieren, falls sie für Glücksspiele anfällig sind. Da die Lotterie kein Limit kennt, kann man innerhalb weniger Minuten hunderte Euro per In-App-Kauf ausgeben.
Gameloft operiert nach meiner Ansicht in einer rechtlichen Grauzone. Auch wenn kein reales Geld gewonnen werden kann, muss echtes Geld ausgegeben werden, um an der Lotterie teilzunehmen. Diese Form der Geldmacherei stößt mich persönlich ab, zumal sich auch ganz klar, und mit voller Absicht, Kinder im Visier der geschäftstüchtigen Franzosen befinden. Ich kann daher nur jeden Spieler und alle Eltern vor der In-Game-Lotterie warnen. Schade dass ein ansonsten gutes Spiel mal wieder durch die Geldgier eines Konzerns zerstört wird. Ich persönlich kaufe jedenfalls schon länger keine Gameloft-Titel mehr, aber das muss ich ja auch nicht, erscheinen doch fast nur noch Freemium-Spiele, die anfangs gratis sind, aber über immer wieder ähnliche Methoden versuchen dem Spieler per In-App-Kauf das Geld aus der Tasche zu ziehen.