Test: Baldur's Gate Enhanced Edition

Da ist er also, der lang ersehnte Rollenspiel-Klassiker Baldur's Gate, der bereits Ende der 90er Jahre Millionen von Spielern in seinen Bann zog. Die Portierung aufs iPad hat lange gedauert. Den Erscheinungstermin verschob man mehrfach und selbst die bei Apple eingereichte Version musste in letzter Sekunde auf Grund eines schweren Bugs zurückgezogen werden.
Man ahnt es fast: Baldur's Gate Enhanced Edition ist ein Schnellschuss der kräftig in die Hose gegangen ist. Das geht bereits bei der Sprache los, denn das Game erfordert sehr gute Englischkenntnisse um die linguistisch verschnörkelten und langatmigen Texte zu verstehen und dabei nicht die Lust am Spielen zu verlieren. Baldur's Gate lebt von der Musik, der Spielatmosphäre und vor allem der guten Story, die man ohne deutsche Texte leider nur zur Hälfte genießen kann. Die Entwickler haben ein Sprach-Update versprochen, doch bis das kommt, können noch Monate ins Land gehen. Bis dato lasse ich das 1,7 GB große Baldur's Gate auf meinem iPad liegen.
Mit dem Sprach-Update wird hoffentlich auch die grauenhafte Steuerung verbessert. In Massenkämpfen wird es nicht nur verdammt schwer den richtigen Gegner anzuklicken, die Spielfiguren führen die Befehle zudem auch nicht immer zuverlässig aus. Treppenaufgänge trifft man nur nach vielen nervigen Klicks ins Leere, das gleiche gilt für Türen und anderen Zugänge zu abgetrennten Level-Bereichen. Grafische Verbesserungen sucht man vergebens. Gerade Retina Display-verwöhnte Augen werden sich am alten Pixel-Look stören, auf dem iPad mini und iPad 2 stört es nicht sonderlich. iPad 1-Nutzer müssen sich noch gedulden bis ihr Gerät überhaupt unterstützt wird.
Fazit
Im derzeitigen Zustand kann Baldur's Gate Enhanced Edition bestenfalls als Beta-Version bezeichnet werden. Die verlangten 8,99 Euro ist das Spiel nicht wert. Wir raten euch mit dem Kauf noch zu warten, zumindest bis das Spiel in Deutsch verfügbar ist.


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