| Opera Mini ist da (ausführliches Review) [Update] |
| Geschrieben von: Frank | |||
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Wer hätte das gedacht? Opera Mini hat es tatsächlich in den App Store geschafft. Was für andere Mobilplattformen kaum eine Meldung wert wäre, ist für uns Apple-Nutzer eine kleine Sensation. Der erste echte alternative Browser ist endlich verfügbar. "Echt" deshalb, weil er nicht auf Safari aufbaut.
Nachteile gibt es beim Datenschutz. Theoretisch könnte Opera mitloggen, auf welchen Websites ihr euch so rumtreibt, auch wenn die norwegischen Entwickler das natürlich bestreiten. Für sensible Daten eignet sich der "Browser-Sportwagen" also nicht. Mit "Sportwagen" ist hier auch nur die Surfgeschwindigkeit gemeint, denn in allen Punkten kann Opera nicht überzeugen. Auffälligster Unterschied ist der Umgang mit Pinch und Zoom, also dem Aufziehen einer Website per Multitouch-Geste. Opera Mini kennt hier nur zwei Zustände: Gezoomt oder Volldarstellung. Im Klartext heißt dies, dass beim Aufziehen einer Webansicht kein stufenloses Vergrößern möglich ist wie man es von Mobile Safari kennt. Opera Mini macht einen Satz und zeigt euch sofort den Text in der von euch eingestellten Schriftgröße an (klein, mittel, groß). Das spart natürlich auf der einen Seite Zeit, gestaltet aber das Navigieren auf großen Websites schwieriger.
Auch Links zu iTunes bzw. dem App Store kann das Programm natürlich nicht innerhalb von iPhone OS weiterreichen. Hier rentiert sich aber immerhin die neue Browser-Ansicht von iTunes-Store-Inhalten.
Etwas verschwenderisch geht Opera mit dem zur Verfügung stehenden Bildschirmplatz um. Die Menüleisten sind bei Mobile Safari etwas kompakter. Opera kann im sogenannten Vollbildmodus aber die untere und obere Menüleiste ausblenden und gleicht den scheinbaren Nachteil wieder aus. Zum Anfang einer Website kann man dann durch Antippen des oberen Randes jedoch nicht mehr springen. Hier der direkte Vergleich:
Opera Mini ist auf Grund seiner Architektur natürlich nicht in der Lage Streams zu verarbeiten. Diese reicht das Programm aber gekonnt an Safari weiter, so dass im Workflow keine Unterbrechungen stattfinden. Schwieriger ist es dagegen bei Youtube-Videos. Sie lassen sich leider nicht anklicken und abspielen. Nicht wirklich neu aber nützlich ist die Funktion Tabbed Browsing, also das parallele Öffnen mehrerer Websites. Mobile Safari lässt nicht mehr als 8 Tabs zu. Opera Mini scheint hier keine Grenzen zu kennen. Nach 30 gleichzeitig geöffneten Tabs (iPhone 3GS) haben wir unseren Test beendet. Der Browser war noch bedienbar aber ziemlich träge. An dieser Stelle ziehe ich meinen Hut vor dieser Leistung. Selbst einen Desktop-Browser kann man mit 30 Tabs schon ziemlich ins Schwitzen bringen.
Die Schnellstartleiste ist ein weiteres Feature das an dieser Stelle nicht unerwähnt bleiben soll. Bis zu 9 häufig besuchte Websites lassen sich auf ihr ablegen. Sie ist per Tab stets erreichbar.
Bereits beim ersten Start angelegte Schnellstarts lassen sich natürlich bearbeiten oder löschen. Lesezeichen sind erst nach zwei Klicks erreichbar, hier spart man bei Mobile Safari also einen Klick. Dafür lassen sich die Bookmarks mit Operas Servern synchronisieren. Ein durchaus nützliches Feature, wenn man Opera auch auf dem Desktop nutzen möchte und beispielsweise kein Geld für Synchronisierungsdienste wie MobileMe ausgeben möchte. Wer seinen Datenverkehr minimieren möchte, findet auch dazu zahlreiche Einstellmöglichkeiten. Bilder lassen sich gänzlich entfernen, was die Surfgeschwindigkeit natürlich nochmals deutlich erhöht, oder aber in drei unterschiedlichen Stufen komprimieren. Was ich persönlich an Mobile Safari vermisse, ist die Möglichkeit nach bestimmten Wörtern oder Textstellen zu suchen. Hier kann Opera Mini punkten und bietet eine entsprechende Suchfunktion an. Auch bei der Suchmaschine in der oberen Menüleiste hat man die Wahl. Es kann in Google, Amazon, eBay, LEO oder der Wikipedia gestöbert werden. Bis auf Google lassen sich alle voreingestellten Suchmaschinen entfernen. Eigene lassen sich bisher leider nicht hinzufügen.
URLs lassen sich leider nicht direkt aus der Anwendung verschicken. Da Copy&Paste aber unterstützt wird, kann man über dieses kleine Manko jedoch hinwegsehen. Fazit Wer vor allem einen schnellen und ressourcenschonenden Browser sucht, ist bei Opera Mini an der richtigen Adresse. Die App ist kostenlos und sollte daher von jedem Vielsurfer ausprobiert werden. Für Nutzer kleiner Datentarife ist der neue Browser geradezu eine Offenbarung. Bis zu 90% an Datenverkehr, lassen sich laut Opera einsparen. Mit der Einführung von iPhone OS 4.0 im Sommer dürfte die Benutzung des Mini-Browsers dank Multitasking nochmals angenehmer werden. Möglicherweise kann mit den neuen APIs dann auch noch die eine oder andere Schwäche beim Umgang mit Multimediainhalten ausgebügelt werden. [Update]Nach längerer Nutzung sind mir noch zwei ärgerliche Bugs aufgefallen die ich hier kurz zur Sprache bringen möchte. Opera Mini scheint mit einigen Formularen probleme zu haben. Öffnet man beispielsweise unsere Startseite und gibt etwas in das Suchfeld ein und klickt anschließend auf "Fertig", scheint zwar ein Suchvorgang zu starten, jedoch landet man wieder auf der Startseite. Erst ein Klick auf unser Lupen-Symbol stößt die richtige Suche an.
Das zweite Problem betriff die untere Menüleiste, die wie in dem hier gezeigten Beispiel teilweise verschwindet:
[/Update]
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