| Kritik am iPad |
| Geschrieben von: Frank | |||
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Kritik am iPad ist dieser Tage selten. Sämtliche Journalisten und Blogger scheinen sich einig zu sein: Das iPad ist etwas Neues, Revolutionäres, fast Unbeschreibliches. Cory Doctorow sieht das etwas anders und wir sind geneigt ihm zuzustimmen. Doctorow ist in der Blogger-Szene kein Unbekannter. Er setzt sich für die Liberalisierung des Urheberrechts ein und hat früher für die Electronic Frontier Foundation gearbeitet. Man könnte ihn auch als Internet-Bürgerrechtler bezeichnen. Wir haben versucht zu interpretieren was Doctorow mit seiner bildhaften Sprache kritisiert. Zunächst führt Doctorow ein anschauliches Beispiel vor, warum technologischer Fortschritt nicht immer dem Kunden nutzen muss. Mit der Marvel-App hat man zwar Zugriff auf unzählige Comics, jedoch sind sie an das Lesegerät gebunden. Gerade in den USA gibt es eine große Comic-Szene die rege handelt, tausch und sammelt. All das ist mit der Marvel-App natürlich nicht mehr möglich. Sollte einmal die Plattform wegfallen, weil sich Marvel beispielsweise entschließt sie nicht mehr zu unterstützen, sind auch alle gekauften Comics futsch. Der Tausch oder der Kauf/Verkauf gebrauchter Comics fällt sogar gänzlich weg.
Als nächsten Punkt nimmt Doctorow die Hardware ins Visier: "Wenn Du es nicht öffnen kannst, besitzt Du es auch nicht." Der Bezug zur Technik geht verloren, sie ist nur noch Mittel zum Zweck. Kurzum: Das iPad ist der Horror für jeden Bastler, der die Technik verstehen will um daraus zu lernen und sie seinen Bedürfnissen anzupassen. Ohne Verständnis der Hardware verbleibt nur eine Möglichkeit sein iPad aufzubessern: Apps! Die einzige verbleibende Rolle die das iPad dem Nutzer zugesteht, ist die des stupiden Konsumenten. Die Geldbörse darf geöffnet werden, das Gerät aber bitte nicht.
Natürlich ist Doctorow auch das verwendete DRM ein Dorn im Auge. Weder kann man auf dem iPad seine eigene Software installieren, noch ist es möglich gekauften Content wie Apps und Filme auf alternative Plattformen zu übertragen. Apple entscheidet außerdem, welche Inhalte im iTunes Store erlaubt sind. Wir erinnern an dieser Stelle an die etwa 5000 "Sexy-Apps" die im Februar aus dem App Store gekickt wurden. Derartig willkürliches Verhalten kann weder im Sinne der Kunden, noch der Content-Anbieter sein.
Dass die Verlage im iPad den Rettungsanker für das digitale Zeitalter sehen, sollte nichts Neues sein. Sie scheinen nach jedem Strohhalm zu greifen der ihnen zahlende Kundschaft verspricht, auch wenn sie dafür 30% des Umsatzes an Apple abtreten müssen. Doch nur ein Bruchteil der Konsumenten von Printmedien, wird sich ein iPad zulegen. Es ist daher illusorisch zu glauben das Gerät könnte die Branche retten.
Doctorow schreibt außerdem "gadgets come and gadgets go", was nichts anderes heißt, als dass das heutige iPad in wenigen Jahren kaum noch jemanden hinter dem Ofen hervorlocken wird. Bis dato gibt es längst neue technische Meisterwerke und vom Ur-iPad bleibt dann nur noch ein Haufen Elektroschrott. Allein der Faktor Akku begrenzt die Lebenszeit von Apples jüngster Kreation, denn da man ihn nicht selbst tauschen kann, ist es nur eine Frage der Zeit, bis sich die Kosten für einen Akkuwechsel durch Apple nicht mehr für den Besitzer lohnen. Zum Abschluss erlauben wir uns noch einen Kommentar: Natürlich sind die genannten Kritikpunkte nicht wirklich neu und lassen sich auch auf andere Apple-Geräte übertragen. Obwohl wir alle unsere iPhones, iPods und bald auch iPads gerne benutzen, muss man nicht mit jeder Entscheidung aus Cupertino übereinstimmen. Beim Hype den die Medien um Apples Produkte generieren, darf die eigene Objektivität nicht auf der Strecke bleiben. Apples oberstes Ziel ist es nicht seine Konsumenten glücklich zu machen, sondern möglichst viel Geld zu verdienen. Dies sollte auch der enthusiastischste Apple-Fan niemals vergessen und sich stets fragen: "Brauche ich das wirklich?" Den Originalartikel könnt ihr hier nachlesen.
Kommentare (2)
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aller Nutzer wird sich ein iPad zulegen und niemand wird gezwungen.
Das iPad ist eine nette Spielerei für "Anwender", die dieses Geld über
haben.
Ich nutze seit 16 Jahren Apfel-Produkte - allerdings immer nur die, die ich auch
brauche - und bin von Qualität und Komfort nachwievor überzeugt.
Also: Wer es mag, soll es kaufen - wer nicht soll es lassen.