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iPhone 4 vorgestellt
Geschrieben von: Frank   

Da ist es also, das neue iPhone 4. Die Gerüchteküche lag dieses Mal zu großen Teilen richtig. Fast alle Spezifikationen waren bereits im Vorfeld heiß diskutiert worden. So gab es wenig Überraschendes. Einen interessanten Weg geht Apple bei der Videotelefonie, welche sich von Lösungen der Konkurrenz deutlich unterscheidet, sowohl positiv als auch negativ.

Wir haben alle wichtigen Ankündigungen zum neuen iPhone für euch zusammengefasst. 

Es wird eng im Gehäuse

Das neue iPhone wird nicht 4G, nicht HD sondern einfach nur 4 heißen. Der schnörkellose Name passt zum neuen Design, das im Vorfeld nicht jeden begeistern konnte. Dabei liegt auf der Hand warum Apple sich für ein kantiges Gehäuse entschieden hat: Platzmangel. Während der Prozessor geschrumpft ist, hat der Akku zugelegt und verlängert die 3G-Gesprächszeit um 40% auf rekordverdächtige 7 Stunden.

Ein weiterer Hinweis dass es eng geworden ist im iPhone-Gehäuse, ist das Ausbleiben der erwarteten Speicher-Verdoppelung auf 64 GB. So entfällt ein wichtiges Upgrade-Argument für 3GS-Besitzer und es bleibt bei maximal 32 GB Speicherkapazität. Die MicroSIM findet ihren Weg nun auch ins iPhone. Vielleicht entwickelt sich SIM-Cutting bald zum Volkssport?

Alle Platzeinsparungen zusammen ermöglichen ein noch dünneres iPhone als bisher. Es misst gerade einmal 9,3 mm in der Tiefe und ist damit nur noch 0,8 mm dicker als der iPod touch.

Gehäuseveränderungen

Farblich hat sich nicht viel getan, es bleibt bei schwarz und weiß. Dafür bekommt die Geräterückseite nun ebenfalls eine Glasplatte. Verkratzte iPhones dürften damit der Vergangenheit angehören. Auch die ärgerlichen Risse im Gehäuse sind passé, denn ein Edelstahlrahmen umschließt das komplette Gerät. Er fungiert gleichzeitig als Antenne, weshalb wir vermuten, dass sich auch die Empfangsleistung deutlich verbessern wird.

Abmessungen und Gewicht im Vergleich zum iPhone 3GS:

Höhe 115,2 g (-0,26%)
Breite 58,6 mm (-5,64%)
Tiefe 9,3 mm (-24,39 %)
Gewicht 137 g (+1,48 %)

Das iPhone 3GS wird außerdem zur Einsteigervariante degradiert und wird bald nur noch mit 8 GB Speicher erhältlich sein. Die Farbauswahl reduziert sich auf schwarz.

Display und Front

Die auffälligste Änderung wird das Display erfahren. Die Auflösung klettert auf 960 x 640 Bildpunkte, was einer Vervierfachung der Pixel-Anzahl entspricht. Der Bildschirm erreicht nun 326 ppi (vorher 163 ppi) und damit eine nie dagewesene Schärfe. Uns ist kein Smartphone-Display mit höherer Pixeldichte bekannt. Als wäre das nicht genug, basiert das verbaute Panel auf IPS-Technik und bietet eine sehr gute Ablesbarkeit. Der Kontrast liegt bei 800:1. Apple selbst spricht vom "Retina Display", da die Auflösung in etwa der Grenzauflösung des menschlichen Auges entspricht.

Die (vom 3GS bekannte) fettabweisende Beschichtung wird beim iPhone 4 auf der Vorder- und Rückseite zu finden sein. Eine VGA-Kamera befindet sich nun auch auf der Frontpartie und ermöglicht Videotelefonie. Dazu später mehr.

Kamera

Apple schraubt die Auflösung der integrierten Foto- und Videokamera auf 5 Megapixel hoch, jedoch ohne die Pixel zu verkleinern. Der Fotosensor wächst also mit. Damit umgeht Apple geschickt das Problem billiger Kameras, die schon bei etwas schlechteren Lichtverhältnissen grauenhafte Bilder knipsen. Das iPhone wurde also nicht dem Megapixelwahn geopfert und wird weiterhin brauchbare Bilder schießen.

Auch Video-Freunde bekommen auf ihre Kosten. Sie dürfen HD-Videos mit 720p schießen (inkl. tap to focus) und am Gerät bearbeiten. Dazu passend hat Apple iMovie für das iPhone angekündigt, welches 4,99 $ kosten wird. Ein LED-Blitz auf der Rückenpartie sorgt für etwas mehr Licht in geschlossenen Räumen. Er dürfte sich auch gut als Taschenlampe missbrauchen lassen.

Technik und Sensoren

Apple hat auch die inneren Werte des iPhones etwas gepimt. So fehlt natürlich nach wie vor der neue Mobilfunkstandard LTE, doch dafür spendiert Cupertino HSUPA, also den schnellen Datenupload mit bis zu 5,8 Mbit. Auch das WLAN-Modul wird flotter und funkt nun mit n-Standard. Bei Thema Bluetooth hat sich nichts getan.

Neu ist ein 3-Achsen-Gyroskop, welches zusammen mit dem Beschleunigungssensor vor allem in Spielen zum Einsatz kommen wird. Jobs zeigte auf der Keynote eine Art virtuelles Jenga.

Für eine bessere Gesprächsqualität sorgt Noise Canceling. Die Technik rechnet Umgebungsgeräusche mit Hilfe eines zweiten Mikros aus dem Audiosignal heraus.

Als Prozessor kommt Apples hauseigener A4 zum Einsatz, der bereits im iPad zum Zuge kommt. Über die Taktfrequenz werden wir wohl erst mehr erfahren wenn die ersten iPhones zerlegt wurden.

FaceTime

Apple nennt das neue Videotelefonie-Feature absichtlich nicht beim Namen sondern bezeichnet es mit FaceTime. Eine Innovation? Darüber kann man trefflich streiten, schließlich ist die Technik alles andere als neu im Smartphone-Bereich. Aber etwas ist dann doch anders. Der Video-Talk erfordert nämlich eine WiFi-Verbindung auf beiden Seiten und natürlich braucht jeder Teilnehmer auch ein iPhone 4. Damit ist FaceTime offenbar inkompatibel mit bisheriger Videotelefonie.

Als "Gegenleistung" wird ein Videogespräch von hoher Qualität ermöglicht. Die Frontkamera löst nämlich mit 640 x 480 Pixel auf (bei Bedarf kann man per Fingertippen auch auf die rückseitige Kamera umschalten und dem Gesprächspartner etwas zeigen). Bei der Konkurrenz sind lausige 176 x 144 Pixel üblich, man kann also nicht besonders viel erkennen. Wohlmöglich (neben den hohen Minutenpreisen) ein Grund warum sich das Ganze bisher nicht durchgesetzt hat. Wie Apple FaceTime technisch realisiert, ist uns noch nicht ganz klar. Im Grunde kommt nur IP-Telefonie in Frage, was den Netzbetreibern sicher nicht gefallen wird. Ob wir uns auf neue Sondertarife für dieses Feature "freuen" dürfen, wird die Zeit zeigen.

Apple stellt zudem in Aussicht, dass es FaceTime zukünftig auch über das Mobilfunknetz geben wird und möchte mit den Netzbetreibern daran arbeiten. Für 2010 gilt aber "WiFi only". Außerdem soll die Technologie ein offener Standard werden. Es bleibt also spannend ob andere Hersteller auf den Zug aufspringen.

Akkulaufzeit

Wie bereits erwähnt verbessert sich die Akkulaufzeit dramatisch. Das heißt im Detail:

Sprechdauer 7 h (3G), 14 h (2G)
Standby 300 h
Internetnutzung 6 h (3G), 10 h (WiFi)
Videowiedergabe 10 h
Audiowiedergabe 40 h

Hüllen

Apple bietet zum Verkaufsstart farbige Hüllen namens Bumper an. Sie haben Metalltasten und bestehen aus einer Mischung von geformtem Kunststoff und Kautschuk.

Verkaufsstart

Das neue iPhone wird ab dem 24. Juni in Deutschland, Frankreich, den USA, Japan und Großbritannien erhältlich sein. Vorbestellungen sind ab dem 15. Juni möglich. Weitere 18 Länder folgen im Juli. Ein Werbevideo zum iPhone 4 gibt es hier.

iOS 4

iPhone OS 4 wurde in iOS 4 umbenannt und kommt bereits am 21. Juni. Microsofts Suchmaschine Bing kann in der neuen Betriebssystemversion als Alternative zu Google oder Yahoo in Mobile Safari eingerichtet werden. Außerdem kommt iBooks auch auf das iPhone und den iPod touch. Lesezeichen, Notizen und die Stelle im Buch an der man sich gerade befindet, werden mit allen iBooks-Geräten synchronisiert (falls man mehrere besitzt). Außerdem verhalten sich Bücher wie Apps und das Nutzerkonto wird bei einem erneuten Download nicht belastet.

Ab 1. Juli wird auch iAd an den Start gehen und neue Einnahmequellen für Entwickler (und für Apple) generieren. Ob dies auch für den Nutzer von Vorteil sein wird, bleibt abzuwarten.

Gute Neuigkeiten gibt es für iPod-touch-User. iOS 4 wird es also kostenloses Update geben.

 

 

Kommentare (2)
  • Anonym  - Ein wenig enttäuscht
    Also so richtig haut mich das ganze nicht vom hocker.
    Vom Display abgesehen, hab ich fast alle funktionen schon bei Android oder sonst
    wo und das sogar zum Teil besser.
    Hab zum Vergleich HTC Desire und Iphone 3gs 32gb und das Desire ist in jedem
    Bereich besser und das neue Iphone wird anscheinend auch nicht besser vom
    Display abgesehen :(
    Schade, dachte eigentlich das dies mein neues Handy wird.
  • frasch
    Nunja, es kam das was alle erwartet haben:

    -besseres Display
    -Videotelefonie
    -längere Akkulaufzeit
    -bessere Kamera
    -WLAN n
    -schnellere CPU

    Das alles zusammen ist schon ein recht interessantes Gesamtpaket. HSUPA und eine
    bessere Empfangsleistung sind auch nicht zu vernachlässigende Pluspunkte.

    Das Upgrade ist meiner Ansicht nach deutlich größer als das vom 3G zum 3GS, was
    sich ja auch am Namen abzeichnet. Natürlich muss jeder für sich entscheiden was
    er von den Features gebrauchen kann und ob sich die Investition lohnt.
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