App-Store-Zensur - Eine Bilanz

Die erneut aufflammende Diskussion um Zensur im App Store, nehmen wir als Anlass um einmal Bilanz zu ziehen. Welche Anwendungen wurden von Apple abgelehnt oder nachträglich bzw. zwischenzeitlich entfernt?
Beginnen wir doch mit einem Treppenwitz der App-Store-Geschichte. Erinnert sich noch jemand an Google Voice? Nachdem bereits Drittanbieter-Apps entfernt wurden, die auf Google Voice setzten, hagelte es heftige Kritik als die Zulassung der hauseigenen Google-Voice-App ausblieb. Erst als sich die FCC einschaltete, sah man sich in Cupertino zu einer Stellungnahme genötigt und tischte die Lüge auf, die App befände sich noch immer im Prüfprozess. Dort muss sie wohl (seit bald einem Jahr) noch sein, denn eine offizielle Ablehnung erfolgte nie. (Humor ist wenn man trotzdem lacht, haha) Auch die FCC schien die Angelegenheit nicht weiter zu verfolgen und selbst Google fand sich mit der Niederlage ab und veröffentlichte Google Voice als HTML5-Anwendung.
Ähnliche hohe Wellen schlug die Löschung von etwa 5000 Erotik-Apps. Nackte Haut war zwar schon vorher ein Tabu auf Apples Software-Marktplatz, doch nun traf es auch schlüpfrige Anwendungen mit spärlich bekleideten Frauen, die sogenannten Bikini-Apps.
Selbst die Bild-Zeitung griff zur skurril wirkenden Selbstzensur und blitzte bis vor wenigen Tagen das Seite-1-Mädchen in seiner PDF-Ausgabe zur Hälfte weg. Einen fast schon satirischen Eindruck hinterlässt die Zensur der Aldi-Unterwäsche-Models. Inzwischen scheint der Axel Springer Verlag den Aufstand zu proben und "vergisst" das Zensieren nackter Haut. Zu welch absurden Auswüchsen es bei voreiliger Selbstzensur noch kommen kann, machten die Entwickler des Wörterbuches Ninjawords vor.

Auch die App des Stern blieb von Apples puritanischen Moralvorstellungen nicht verschont und verschwand ohne Vorankündigung aus dem App Store. Grund war eine Bildergalerie mit Erotik-Bildchen.

Dass nicht nur Nacktheit und unliebsame Konkurrenten vom App Store ferngehalten werden sollen, stellte sich im November 2009 heraus. Apple lehnte Bobble Rep, eine Anwendung des mehrfach ausgezeichneten Karikaturisten Tom Richmond mit der Begründung ab, die App diene dazu Personen des öffentlichen Lebens lächerlich zu machen. Erst als eine Welle der Empörung durch die Medien ging, lenkte man in Cupertino ein.
Einen weiteren Patzer leistete sich Apple im April 2010, als der Konzern der Anwendung NewsToons den Einlass in den App Store verwehrte. Natürlich erneut mit der Begründung sie würde Personen des öffentlichen Lebens lächerlich machen. Urheber Karikatur-App ist Mark Fiore, der für seine Arbeit den Pulitzer-Preis erhielt. Auch hier ruderte Apple erst nach entrüsteten Reaktionen in den Medien zurück.

Natürlich sind auch Sport-Idole Personen des öffentlichen Lebens und gehören nach Apples Ansicht nicht verspottet. Das musste auch Daryl Cagle feststellen, dessen Karikaturensammlung zum Thema Tiger Woods es nicht durch Apples Prüfprozess schaffte. Erstaunlicher Weise störte sich Apple aber nicht an Obama-Karikaturen.

Das Programm iSinglePayer sorgte ebenfalls bei Apple für Unmut. Dabei wollte sich der Programmierer lediglich für eine Reformierung des US-Gesundheitswesens einsetzen. Nach einem Medienecho wurde die App zugelassen.
Wer meint das wäre schon alles, der irrt. Die hier aufgeführten Zensurbemühungen Apples sind nur die Spitze eines gewaltigen Eisberges.
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trotz wiederholtem Posting nicht veröffentlich:
Die Diktatur der Cloud???
Evernote ist sehr weit verbreitet und bietet viele Möglichkeiten, die einem das
Tool bei intensiver Nutzung als unentbehrlich erscheinen lassen. Umso schlimmer,
wenn mit einem Versionswechsel plötzlich ohne Warnung die Spielregeln geändert
werden und dann lokale Notizbücher einfach verschwinden. Natürlich entsteht dann
ein beträchtlicher Schaden, den Evernote nicht ersetzen will, stattdessen stellt
sich der Support taub und dumm (hier bleibt wohl nur noch der Rechtsweg, d.h.
verklagen). Dahinter steckt die Strategie, alles in die Cloud zu zwingen und zu
kontrollieren.Davor kann nur gewarnt werden. Denn die Cloud ist ein gefährliches
Ding, siehe: Wie der Apple-Support das digitale Leben zerstört, vom 07.08.2012:
http://bazonline.ch/digital/internet/Wie-der-Apple
Support-das-digitale-Leben-zerstoert/story/1909532 2/print.html oder auch
Cloud-Computing: Daten sind nicht vor Zugriff durch Staat geschützt:
http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2012/08
/20/cloud-comuting-daten-sind-nicht-vor-zugriff-du rch-staat-geschuetzt/