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Lange durften wir Apple-User auf den Löwen warten: Bereits am 12. Juli berichteten wir, dass Apple nun die Programme für den Löwen in den Reviewprozess nimmt. Man ging da von weiteren zwei Wochen bis zum Launch von Lion aus. Urplötzlich war man der Meinung, es könnte schon der 14. Juli sein, da Apple dort iTunes Connect von Netz nahm. Wie sich später herausstellten, waren dies wirklich nur Wartungsarbeiten. Doch am 20. Juli war es dann endlich soweit: Lion ist ab sofort im Mac AppStore verfügbar. (...)
Meine Meinung über den Vertrieb von Lion ist ein wenig zwiegespalten. Auf der einen Seite finde ich die Möglichkeit, Lion nur über den Mac AppStore zu vertreiben, positiv, denn so kann der Löwe nie vergriffen sein. Wer kennt das denn nicht, wenn ein neues Apple Produkt auf den Markt kommt? Binnen weniger Stunden ist das Ding vergriffen und die Lieferzeiten explodieren. Auf der anderen Seite finde ich die Variante auch wieder schlecht, denn, ihr werdet es mir bestätigen, wer am Mittwoch versucht hat, Lion herunterzuladen, musste viel Zeit investieren. Wenn man eine langsame Internetverbindung hat, wollen wir erst gar nicht über das Drama reden ;-) Als wir Lion in der Nacht Freitag auf Samstag (22. auf den 23. Juli 2011) erneut heruntergeladen haben, haben wir immer noch immer noch knapp drei Stunden für die 3,49 GB große Datei gebraucht. Nachdem Download erfolgte die Installation, die weitere 33 Minuten in Anspruch nahm. Nach dem anschließenden Neustart kam die erste Überraschung: Kein Willkommensvideo. Nach dem ersten Start war dann bei mir ein wenig Chaos, da mein Schreibtischhintergrund aus Bildern meiner iPhoto-Library bestand und mein Bildschirmschoner ebenfalls. Und ebenfalls ein erster Schock für mich: Spaces ist weg. An diese Funktion von Snow Leopard habe ich mich in den knapp zwei Jahren, in denen ich nun einen Mac nutze, sehr gewohnt und fand sie auch immer sehr nützlich. Stattdessen haben wir jetzt Mission Control. Zu der Funktion werde ich später im Review noch etwas schreiben. Vorher noch kurz zu den „kleineren“ Erneuerungen: Die Menüs wurden im Design überarbeitet und den neuen Funktionen von Lion angepasst. Der System Profiler ist ebenfalls erneuert wurden und hier muss man sagen, dass das nun sehr schick aussieht. Die Festplattenbelegung lässt sich nun, wie bei den iDevices in iTunes, als Diagramm darstellen. Die ganzen Menüfenster etc. wirken ebenfalls ein wenig frischer und natürlich auch neuer. Der Anmeldebildschirm wurde ebenfalls verändert; auch hier muss man sagen, dass sich die Erneuerung vom optischen her sehr gelohnt hat.
Doch auch bei den „kleineren“ Erneuerungen ist nicht alles, in meinen Augen, top. Die zwei Jahre als Mac-User habe ich mir immer zu jeder Viertelstunde die Zeit ansagen lassen. Warum ? Weil ich es lustig fand. Doch nun bei Lion wird die Zeit nicht mehr in Englisch sondern jetzt in Deutsch vorgelesen und das klingt, finde ich, (und um es nett auszudrücken) suboptimal. In Englisch klang es einfach besser. Ferner wurde die Scrollfunktion mit der Magic Mouse und des Magic Trackpads überarbeitet. Hier muss man sich komplett umstellen, denn vorher konnte man den Finger einfach bei der Maus oder beim Trackpad herunterziehen und man scrollte auf der Seite herunter. Doch jetzt ist wie beim iPhone oder iPad. Denn jetzt muss man hochziehen, um nach unten zu gelangen und genau umgekehrt. Ziemlich umgewohnt, wenn man es dauernd anders herum gemacht hat. Das hätte sich Apple sparen können. Sowie haben sich die ganzen Gesten geändert. Aber wer doch lieber das alte Prinzip haben will, kann dies in den Einstellungen abändern.
In der Mitte des Artikels habe ich geschrieben, dass ich am Anfang ein kleines Chaos hatte, da meine Bilder noch nicht angezeigt wurden. Nach dem ihr manuell alles neu eingestellt habe, wurden sie auch auf allen Schreibtischen wieder angezeigt. Doch auf einmal wechselte sich das Bild auf einem Schreibtisch in ein tolles Foto von irgendeinem Krater. Was soll das hier bitte ?
Kommen wir nun zu den größeren Erneuerungen und machen den Anfang bei dem Adressbuch: Ich öffne das Adressbuch und merke, dass mein iPad irgendwie an den Mac angeschlossen sein muss. Okay, das war ein Scherz, aber die Adressbuch-App sieht jetzt genau so aus wie auf dem iPad auch. Sicherlich vom Design her besser als die Version bei 10.6, aber muss man dann alles vom iPad übernehmen ?

Machen wir weiter mit dem neuen iCal: Das Design wurde hier komplett überarbeitet und eine Jahresansicht wurde hinzugefügt. Die Tagesansicht wurde ebenfalls der Liste beim iPad angepasst; sprich links eine Liste mit den zukünftigen Ereignissen und rechts der aktuelle Tag. Sehr praktisch finde ich, dass man mit Hilfe des + in der oberen linken Ecke schnell einen Termin hinzufügen kann. So gibt man da zum Beispiel ein: 19 Uhr Sonntag Kino mit Jan und iCal fügt einen Termin mit genau den Daten hinzu. Lediglich die Endzeit, den Ort und den richtigen Kalender muss man noch auswählen, aber diese Funktion dient eher dazu, um schnell einen Termin hinzuzufügen.

Photo Booth erhielt ebenfalls ein komplett neues Design und ein paar neue Effekte. Ansonsten macht es immer noch das gleiche wie vorher auch. Jedoch gibt es Photo Booth nur noch im Vollbildmodus; jedenfalls fanden wir keine Möglichkeit, das Fenster zu verkleinern.
Auch der Homescreen bzw. diese Funktion vom iPad und iPhone wurde mit in Lion gebracht. Nach dem ihr Launchpad geöffnet habt, werden euch alle eure Programme, wie auf dem iPad und iPhone auch, angezeigt und ihr könnt sie ebenfalls in Ordner verschieben.

Und wenn wir schon einmal bei neuen Funktionen sind, machen wir gleich mit Mission Control weiter; Exposé und Spaces in einem. Die einen mögen es, die anderen eventuell nicht. Eure einzelnen Bildschirme werden nun alle nebeneinander dargestellt und können mit unterschiedlichen Gesten aufgerufen werden. Euer Dashboard wird fortan ebenfalls als Schreibtisch angezeigt; dies kann jedoch in den Einstellungen deaktiviert werden, wenn ihr das nicht möchtet. Sollte diese Funktion deaktiviert sein, wird das Dashboard wie bei Snow Leopard angezeigt.

Gehen wir weiter zum Finder. Auch der wurde komplett neu gestaltet und es wurden zwei neue Menüpunkte hinzugefügt: Alle meine Dateien“ und AirDrop. Bei ersterem werden euch eure ganzen Dateien, die auf eurem Mac gespeichert sind, in Kategorien angezeigt und ihr könnt durch diese scrollen. Ob man diese Funktion brauch oder nicht, sei dahingestellt, da es bei einer gewissen Anzahl an Dateien unübersichtlich werden kann. Bei AirDrop könnt ihr Dateien von Mac zu Mac schicken. Einzige Voraussetzung hierfür: Die Macs müssen „in der Nähe“ sein und mit einem Wi-Fi Netzwerk verbunden sein. Sollte dies nicht der Fall sein, funktioniert AirDrop auch nicht. AirDrop ähnelt sehr Bonjour, das, sofern es in iChat aktiviert war, auch zur Datenübertragung dienen kann. Das klappte in unserem Test ohne Probleme und auch relativ schnell.

Mit die größten Änderungen durfte Mail erfahren. Mail 5.0 wurde ebenfalls komplett neugestaltet , wurde eher in einem Grauton gehalten und in zwei / drei Teile unterteilt (von links nach rechts): die ganzen eMail-Konton, Postfächer, Notizen etc. (Diese Spalte kann auch ausgeblendet werden) / die eMails o.ä. / den Inhalt des Ausgewähltem. Die eMails wurden wie bei iOS 4 gruppiert. Ebenfalls könnt ihr eure eMails nun in unterschiedlichen Farben markieren; vorher war nur eine Farbe möglich. Wer sich mit der neuen Aufteilung nicht anfreunden kann, kann in den Einstellungen das alte Design aktivieren; der Grauton hingegen bleibt.

Zu dem hat Apple noch eine Funktion eingebaut, die unter dem Namen Team Viewer bekannt ist. Bei Lion heißt diese Funktion hingegen ganz simpel Bildschirmfreigabe. Im Menüpunkt "Freigaben" in den Einstellungen kann diese Funktion aktiviert werden und entsprechend angepasst werden. Um auf einen Bildschirm zuzugreifen, muss man im Finder bei Freigaben den entsprechenden Mac auswählen und auf "Bildschirmfreigabe" klicken. Die Vollbildfunktionen sind ebenfalls gut durchdacht. Leider fehlen sie noch bei einigen Programmen, wie MS Office o.ä. Bei den Apple-eigenen Programmen gibt es diese Funktion natürlich schon. Das gleiche gilt für Versionen. Bei Word konnte ich diese Funktion leider nicht nutzen; dafür musste ich zu Pages umsteigen. Dort funktionierte alles bestens in unserem Test. Unsere „verlorenen Dateien“ wurden schnell wiedergefunden. Hier müssen die anderen Programme nur noch nachziehen, was, denke ich, in den nächsten Wochen der Fall sein wird.

Kommen wir zu der letzten Funktion, die wir in unserem Review ansprechen wollen: Resume. Damit Resume aktiviert wird, müsst ihr euren Mac ganz normal über den Apfel ausschalten und das Haken dort aktivieren. Ihr gelangt jedoch nicht zu den Fenster, wenn noch mehrere Benutzer an eurem Mac angemeldet sind und ihr aufgefordert werdet, eure Benutzerdaten einzugeben, damit ihr den Mac herunterfahren könnt. Hier könnt ihr Resume leider nicht aktivieren. Über das Kürzel CMD + Auswurftaste konnt hingegen auch Resume aktivieren.
Alles in allem ist die neuste Version von Mac OS X sicherlich eine Bereicherung für alle Mac-User, trotzdem bin ich immer noch der Meinung, dass ich vor mir einen Mac habe und kein iPad, was an einigen Stellen nicht ganz klar ist, da ein bisschen was vom iPad komplett übernommen wurde. Ob man das gut heißen will, muss jeder selber für sich entscheiden. In der Redaktion von iGadget-News gibt es hingegen geteilte Meinungen über das neue Betriebssystem von Apple. Doch jeder User muss hier selber für sich entscheiden, ob er ab sofort lieber einen Löwen haben will oder lieber bei dem Schneeleoparden bleiben möchte.
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