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Interview: Volker Bublitz
Geschrieben von: Dominik   

 

Wir haben euch heute bereits hier die App "LicensePlate Pro" vorgestellt. Nun ist der Entwickler, Volker Bublitz, an der Reihe. Aufgrund der gegebenen Anlässe kam dieses Mal noch eine Frage zum iPad dazu. Alles Weitere nach einem Klick auf „Weiterlesen“ und viel Spaß.


iGadget-News: Wie lange entwickelst du schon Apps?
Wenn es nur um Apps für das iPhone OS geht, dann seit September 2008.

iGadget-News: Wie bist du auf die Idee gekommen iPhone / iPod Touch Apps zu entwickeln?
Volker Bublitz: Ich war lange schon interessiert an der Entwicklung mit Cocoa auf Apples System. Zeitmangel war allerdings immer ein Hinderungsgrund. Die Zeit brauchte ich für andere Projekte, mit denen ich auch ein wenig verdienen konnte. Das iPhone OS und der AppStore kamen mir da sehr gelegen, denn ich konnte mich in Cocoa einarbeiten und die Arbeit war nicht vollkommen umsonst. Mir gefällt der Gedanke, dass Andere aus dem, was man entwickelt, sofort einen Nutzen ziehen können. Und ein Distributionskanal wie der AppStore war im September 2008 einfach einmalig. Mittlerweile ist zu merken, dass es langsam schwieriger wird, seine Apps bekannt zu machen. Das Angebot erschlägt einen ja schon fast.

iGadget-News: Wie sammelst du die Ideen für neue Apps?
Volker Bublitz: Die initiale Idee für die erste Version von LicensePlate kam im Gespräch mit einem Bekannten auf. Ich wollte mit einem einfachen Projekt beginnen. Also enthielt die erste Version der App auch nur aktuelle deutsche Kennzeichen.

Ab diesem Zeitpunkt verselbstständigte sich die Ideenfindung. Die Nutzer verlangten auslaufende Kennzeichen oder wünschten sich Kennzeichen aus bestimmten Ländern. Die meisten  neuen Funktionalitäten der App waren einfach erforderlich um eine einfache Handhabung zu gewährleisten. Ich lege mir außerdem ToDo-Listen für die Entwicklung an. Wenn mir etwas einfällt, notiere ich mir das kurz und irgendwann wird es dann umgesetzt.

Die Idee zu FlightCode kam von einem Lufthansa Piloten, der LicensePlate gesehen hatte und sich eine App für Codes aus dem Flugbereich wünschte. Bedingung war, dass der Zugriff auch offline funktioniert, da ja im Flugbetrieb keine Onlineverbindung vorhanden ist. Nach und nach integrierte ich also die Informationen, die er benötigte. Auch hier kamen die Wünsche anderer Nutzer wieder hinzu. Die Datenbank von FlightCode ist bereits ziemlich groß und wächst immer weiter.
Das Feedback der Kunden ist sehr wichtig für meine Apps, da sich Daten auch mal ändern können. Der Nutzer hat bei allen vorhandenen Daten die Möglichkeit, direktes Email-Feedback zu liefern.
Natürlich habe ich auch Ideen für neue Apps, aber LicensePlate und FlightCode sind noch lange nicht am Ende. Somit werde ich auch nicht dazu kommen, alle meine Pläne in die Tat umzusetzen.

iGadget-News: Wie viele Stunden steckst du wöchentlich in das Entwickeln von Apps?
Volker Bublitz: Ich arbeite Vollzeit als Projektleiter Softwareentwicklung für die imatics Software GmbH. Das Unternehmen ist Spezialist für die Entwicklung prozessbasierter Webanwendungen. Wir nutzen dazu selbst entwickelte Tools für Geschäftsprozessmanagement, dynamische Webformulare und Content Management.
Für die Entwicklung meiner Apps bleiben also nur die Abendstunden – wenn die Kinder im Bett sind.  Je nachdem, welche Dinge sonst noch zu tun sind, bleiben mir zwischen 4 und 16 Stunden in der Woche. Allerdings geht nicht die ganze Zeit nur in die Entwicklung. Eine Menge mehr kommt hinzu: Blog, Email Support, Twitter, Pressearbeit, Verträge etc.

iGadget-News: Was genau macht dir am Entwickeln von Apps am meisten Spaß?
Volker Bublitz: Die Entwicklung mit Cocoa und dem iPhone SDK an sich. Dazu gehört Objective-C, aber insbesondere die vorhandenen Frameworks, durch die man die besonderen Möglichkeiten des iPhone so einfach nutzen kann. Wenn man viel mit Open Source Frameworks im Java-Bereich entwickelt hat, ist man geradezu überwältigt von der guten Dokumentation, die Apple den Entwicklern in die Hand gibt. Irgendwann wird aber jedes nette Projekt auch zu harter Arbeit. Zu dem Zeitpunkt ist die schönste Seite des Entwickelns das Endergebnis – also die fertige App, die man irgendwann vor sich hat.

iGadget-News: Welches App war von der Entwicklung am aufwendigsten und wieso?
Volker Bublitz: Ich achte sehr darauf, dass ich meine Zeit zu gleichen Teilen in FlightCode und LicensePlate stecke. Jetzt habe ich gerade eine intensivere Zeit mit LicensePlate hinter mir. Die Erfahrungen und Ideen werden auch in FlightCode einfließen. Umgekehrt ist das dann genauso.

iGadget-News: Was für Apps sind für die Zukunft geplant?
Volker Bublitz: LicensePlate und FlightCode sind Referenzwerke. Wenn ich es zeitlich schaffe, kommt als nächstes eine App, die eher mit Musik zu tun hat. Ich habe da unterschiedliche Ideen. Genaueres kann ich aber noch nicht sagen. Es kann auch sein, dass daraus gar nichts wird ;-)

iGadget-News: Welchen Aspekt findest du beim Entwickeln von Apps am unbequemsten?
Volker Bublitz: Am unbequemsten ist es, eine Kundenbewertung im AppStore zu lesen und nicht darauf erklärend antworten zu können. Jeder Entwickler, der die Kommentare der Nutzer im AppStore ernst nimmt, hat allerdings dieses Problem. Manchmal würde eine einzige Email des Kunden an einen Entwickler reichen, um diesen Kunden glücklich zu machen. Oft ist nur ein winziger Schritt zwischen einer 1-Sterne- und einer 5-Sterne-Bewertung.

iGadget-News: Was würdest du an der iPhone OS bzw. am iPhone generell verändern?
Volker Bublitz: Derzeit nichts. Es gibt ein paar Dinge, die vielleicht nicht 100% optimal gelöst sind, aber damit kann ich noch leben. Ich denke, dass mit dem iPad viele Änderungen kommen, die auch gut für das iPhone sind. Ein paar Dinge sind ja bereits angekündigt.

iGadget-News: Wie viele Leute helfen dir die Apps zu entwickeln.
Volker Bublitz: Es gibt sowohl bei LicensePlate als auch bei FlightCode jeweils 2-3 Personen, die mir sehr geholfen haben und noch immer helfen; die mir Daten zur Verfügung gestellt haben und auch als Beta-Tester immer die neusten Versionen unter die Lupe nehmen. Insbesondere diesen Leuten bin ich zu Dank verpflichtet. Natürlich aber auch allen anderen Beta-Testern und den vielen Nutzern, die nur einen einzigen kleinen Hinweis per Email senden. Auch Emails, in denen nur 2 Worte zu lesen waren, haben mir teilweise schon geholfen, die Apps besser zu machen.

iGadget-News: Wie kommst du auf den Namen für die Apps?
Volker Bublitz: Da bin ich selbst nicht mehr so sicher. Irgendwann waren sie einfach da.

iGadget-News: Wie viel Zeit nahm deine App LicensePlate (Pro) zum Entwickeln in Anspruch?
Volker Bublitz: Ich begann mit der Entwicklung von LicensePlate im September 2008 und erweiterte die App Stück für Stück. An den besonderen Features von LicensePlate Pro arbeite ich seit August 2009.  Ich habe die Arbeitsstunden nicht gezählt. Das frustriert einen vielleicht auch irgendwann. Ein Kennzeichen-Tool wie LicensePlate hat den größten Markt in Deutschland und dort ist die Konkurrenz auch am stärksten. Wenn ich nur Geld verdienen wollte, müsste ich neue Apps rausbringen anstatt LicensePlate weiterzuentwickeln. Ich habe da aber die fixe Idee, das LicensePlate die beste Kennzeichen-App für das iPhone sein soll. Also wird die Entwicklung auch weitergehen.

iGadget-News: Wirst du Apps speziell für das iPad entwickeln ?
Volker Bublitz: Ich bin zur Zeit noch dabei, meine Ideen zu sortieren. Wenn ich die Zeit finde, kann das durchaus geschehen. Zumindest werde ich die vorhandenen Apps so anpassen, dass einer Nutzung auf dem iPad nichts im Wege steht.
 

 

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