| Nachtrag zu Headset-Review "Neue Klangwelten" |
| Geschrieben von: frasch | |||
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Letztens stellten wir euch hier das Headset TripleFi 10vi von Ultimate Ears vor. Unter der Überschrift "Tuning" wiesen wir darauf hin, dass man sich beim Hörgeräteakustiker eine Monitorplastik anfertigen lassen kann, die auf den eigenen Gehörgang angepasst ist. Wir versprachen uns dadurch einen besseren Sitz der Ohrhörer und einen leicht verbesserten Klang. Von Neugier gepackt, riskierte ich die Investition und möchte nun meine Erfahrungen schildern.
Der nächstgelegene Hörgeräteakustiker war über Google schnell gefunden und gehörte zur Amplifon GmbH, die ein deutschlandweites Netz aus Zweigstellen vorweisen kann. Dort ließ ich einen Abdruck meines Gehörgangs anfertigen und gab zwei Monitorplastiken zu je 50 Euro in Auftrag. Eine silikonbasierte Variante kostete je Plastik 25 Euro mehr und versprach mehr Tragekomfort. Ich blieb jedoch beim günstigeren Angebot. Die TripleFi 10vi mussten mit eingeschickt werden, um die Monitorplastiken an das Gerät anpassen zu können. In etwa zwei Wochen sollte dann alles fertig sein.
Nach einigen Tagen bekam ich einen Anruf, dass die von mir bestellten Plastiken nicht mehr verfügbar wären. Ich musste also auf das teurere Modell ausweichen. Das bedeutete für mich mal eben einen Preissprung von +50 %, so dass ich nun insgesamt 150 Euro zu zahlen hatte. Als jemand der Qualität schätzt, erhoffte ich mir noch bessere Ergebnisse und willigte daher ein. Der Schock kam aber als ich das Produkt schließlich abholen wollte. Die von Amplifon zur Erstellung der Monitorplastiken beauftragte Firma egger hatte den falschen Ohrhörer zurückgeschickt. Panisch sah ich vor meinem geistigen Auge schon einen gut gelaunten Hinterwäldler mit meinen geliebten TripleFi von dannen ziehen. Als ich der freundlichen Dame von Amplifon den Preisbereich der verloren geglaubten Ohrhörer klar machte, wurde auch diese etwas unruhig. Sofort rief sie bei egger an um die Sache zu klären. Dort war ein Großteil der Belegschaft jedoch schon in den Feierabend gegangen. Nach wenigen Tagen kam dann der erleichternde Anruf. Mein Headset war wieder aufgetaucht, da erstaunlicher Weise ein zweiter Kunde ebenfalls die falschen Ohrhörer geliefert bekam. Dass dieser freiwillig meine TripleFi hergab um seine 25-Euro-Stöpsel wiederzubekommen, verwundert mich noch heute. Da scheinbar auch die Plastiken an das jeweils falsche Gerät angepasst wurden, hieß es noch einmal etwa eine Woche warten. Danach trafen Headset und Monitorplastiken endlich bei Amplifon ein, so dass ich sie abholen konnte.
Die Monitorplastiken waren auf meine TripleFi aufgesteckt worden und ließen sich gar nicht so einfach ins Ohr fummeln. Spezielle Creme sorgte für leichteres Hineingleiten in den Gehörgang, die ich von Amplifon als kleine Entschädigung erhielt. Der Klang hatte sich zu meiner Ernüchterung jedoch nicht verbessert, obwohl die Abschirmung gegen Außengeräusche deutlich besser war als mit den mitgelieferten Schaumstoffpolstern. Apropos Schaumstoffpolster, diese hat man bei egger wieder an den falschen geschickt, so dass die Geschichte auch heute noch nicht ganz zu Ende ist. So fummelig wie das Einsetzen der Ohrstücke war, gestaltete sich auch das Herausnehmen der selbigen. Da die Abschirmung aber enorm gut war, konnte man die TripleFi nicht wie zuvor im Ohr lassen, wenn man sich mit jemandem unterhalten wollte. Ein Passant der mich auf dem Nachhauseweg vermutlich nach der Fahrtrichtung der S-Bahn fragte, verkam zu einem Stummen der wie ein Fisch seinen Mund aufgeregt auf und zu machte. Selbst die einfahrende Bahn war bei mittlerer Musik-Lautstärke unhörbar. Der Tragekomfort war zwar besser als mit Schaumstoffpolstern, da die TripleFi nun extrem fest im Ohr verankert waren, jedoch gab es nach etwa 1 h Tragen dennoch einen leichten Druckschmerz. Zwar bot man mir an die Monitorplastik noch anzupassen falls etwas nicht richtig sitzt, doch davon nahm ich nach dem ganzen Theater lieber Abstand, zumal ich mir keine wirkliche Besserung versprach. Durch Abschleifen der Ohrstücke, wären schließlich auch der sichere Sitz, sowie die gute Abschirmung gemindert worden. Letztendlich nutze ich auf Grund des fummeligen Einsetzens und Herausnehmens doch wieder meine Schaumstoffohrpolster (wie gut dass den TripleFi ein Ersatzpaar beiliegt), denn ich höre vor allem beim Pendeln in Bus und Bahn Musik. Gelegentliches Aufhorchen was in der Umgebung vor sich geht, ist da nicht immer zu vermeiden. Zumal sich dann auch die Kommunikation beim Bäcker oder im Supermarkt schwierig gestaltet. Natürlich würde das Aufsetzen der Ohrstücke einfacher werden, wenn man sich der mir überreichten Gleitcreme bedient. Doch das schlägt dem Usability-Fass meiner Ansicht nach den Boden aus. Wer dagegen öfters längere Fahrten mit einer Dauer von mehreren Stunden hinter sich bringen muss, für den mag solch eine Monitorplastik eine gute Wahl sein. Für mich war sie es leider nicht und auch das Lehrgeld schmerzt etwas im Nachhinein.
Kommentare (6)
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das Du doch wunderbar erklärt und für uns alle bezahlt.