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Pogoplug: Die personalisierte Cloud für zu Hause
Geschrieben von: Frank   

Cloud-Dienste schießen derzeit wie Pilze aus dem Boden und überbieten sich gegenseitig mit immer mehr Speicherplatz. Einen Haken haben sie aber alle: Der Nutzer weiß nicht wie sicher die Daten beim Anbieter lagern und wer alles darauf Zugriff hat. Manche Cloud-Dienste setzen nur schwache Verschlüsselungsmethoden ein, oder lassen ihre Kunden völlig im Unklaren wie die Daten vor fremden Blicken geschützt werden. Auch preislich ist Cloud-Speicher alles andere als günstig. Beispielsweise verlangt Apple 80 Euro pro Jahr, für ein Upgrade des iCloud-Speicherplatzes von 5 auf 55 GB. Dabei hat der Anwender nicht einmal direkten Zugriff auf das Dateisystem, denn die beim Vorgängerdienst MobileMe recht beliebte iDisk wurde ersatzlos gestrichen. Auch Konkurrent Dropbox, der nach unserer Ansicht das bisher stimmigste Datenwolken-Konzept anbietet, und außerdem mit einer guten iOS-App punkten kann, ist preislich nicht günstiger.

Mit dem Pogoplug Mobile holt man die Cloud dagegen zu sich nach Hause. Das Gerät funktioniert wie ein eigener (idiotensicherer) Server, der an den heimischen Router per LAN-Kabel angeschlossen wird. Die Installation, inklusive Account-Erstellung, ist in fünf Minuten erledigt. Das Daten-Schächtelchen verfügt zwar über keinen eigenen Speicherplatz, kann aber großzügig erweitert werden. Ein SD-Slot nimmt Speicherkarten bis zu einer Größe von 32 GB auf und an den ebenfalls vorhandenen USB-Port können externe Festplatten und USB-Sticks angeschlossen werden. Der Pogoplug erkennt automatisch die darauf gespeicherten Medieninhalte und stellt sie dem Anwender per Web-Interface im Browser, oder per iOS-App zur Verfügung. Besonders genial: Festplatten im 2,5"-Format benötigen keine zusätzliche Stromversorgung und versorgen sich direkt über den USB-Port des Pogoplug mit der notwendigen Energie. 500 GB sind hier schon für um die 60 Euro zu haben. Außerdem spart man sich den langwierigen Upload der Daten in die Cloud. Gerade bei Filmen und großen Musiksammlungen ist es gerade der Upload, der den Spaß an der Datenwolke verderben kann.

Auch der Pogoplug-Account kommt mit 5 GB Gratisspeicher daher, der bis auf 1000 GB (kostenpflichtig) erweitert werden kann. Cloud-Speicher und physischer Speicher ergänzen sich nahtlos. Der Nutzer kann wählen wo die Daten abgelegt werden sollen, muss in der iOS-App, bzw. im Browser jedoch nicht danach suchen wo eine gesuchte Datei gespeichert wurde. Die Daten werden automatisch nach Typ sortiert. Das heißt Musikformate landen unter "Music", Filme unter "Movies", Bilder unter "Photos". Die Dateiendung spielt dabei keine Rolle. Gängige Musik- und Video-Formate spielt die Pogoplug-App anstandslos ab (Musikdateien natürlich auch in Hintergrund). Bei inkompatiblen Videodateien wird dem Nutzer angeboten das Material zu optimieren. Mangels geeigneter Inhalte konnten wir diese Funktion aber noch nicht testen.

Die Pogoplug-App ist in ihrer grauen Farbgestaltung sicherlich nicht jedermanns Sache, jedoch erfüllt sie ihren Zweck sehr zuverlässig und lässt sich selbsterklärend bedienen. Inhalte, die in der Pogoplug-Cloud oder auf den am Pogoplug angeschlossenen Speichermedien abgelegt wurden, lassen sich mit anderen per E-Mail teilen. Die Daten werden dabei nicht etwa als Anhang verschickt, sondern praktischerweise verlinkt. Dies schont den Datentarif des Nutzers und den Akku des iOS-Gerätes. Klickt der Empfänger auf den erhaltenen Link, öffnet sich ein Pogoplug-Webinterface, in das die Daten eingebettet werden. Filme und Musik lassen sich dort nicht nur herunterladen (außer natürlich mit iOS-Geräten), sondern auch direkt streamen. Auf diese Weise mit Freunden geteilte Filme lassen sich leider nicht mit iOS-Geräten abspielen, schade. Bei Musik klappt es dagegen.

Wer Apples Fotostream-Funktion nicht mag, kann diese ebenfalls durch die Pogoplug-App ersetzen. Auf Wunsch kann die Anwendung alle in der Fotogalerie gespeicherten Bilder an die heimische "Cloud" senden, und zwar optional auch bei bestehender 3G-Verbindung (was mit Apples Fotostream bekanntlich nicht geht). Ein kleines Manko ist hier jedoch, dass die Pogoplug-App nur dann Foto-Uploads akzeptiert, wenn die Ortungsdienste aktiviert sind.

 

Fazit

Der Pogoplug Mobile ist ein Rundum-Sorglos-Paket für alle, die ihre Multimedia-Dateien unkompliziert und ohne Synchronisations- oder Upload-Arien auf dem Laptop, iPhone, iPad und iPod touch verfügbar machen wollen. Wir empfehlen den Einsatz einer externen 2,5"-Festplatte, da dieses Speichermedium das mit Abstand beste Preisleistungsverhältnis bietet bei gleichzeitig niedrigem Strombedarf. Wer noch mehr Speicher braucht, geift zur externen 3,5"-Festplatte, hat dann aber wieder ein zusätzliches Netzteil mehr, bzw. einen Steckdosenplatz weniger im Haus.

Den Pogoplug Mobile gibt es derzeit noch nicht in Europa zu kaufen. Interessenten müssen sich das Gerät also selbst importieren. Das mitgelieferte Netzteil kann mit 230 V umgehen, benötigt aber zusätzlich einen Adapter für europäische Steckdosen.

 

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