| In-Ear Königsklasse: Westone UM3X |
| Geschrieben von: Frank | |||
|
Die integrierten iPod-Features, der iTunes Music Store und diverse erhältliche Musikflatrates machen iPhone, iPad und iPod touch zu großartigen Abspielgeräten für Audio-Fans. Alle Vorzüge nützen jedoch wenig, wenn am Ende der Sound-Kette Apples plärrige Standard-Ohrhörer hängen. Ein echter Audio-Junkie wird sich daher nach Alternativen umsehen und unweigerlich auf einen großen Namen stoßen: Westone. (...)
Auf dem Gebiet der High-End-Ohrhörer bin ich nicht ganz unbeleckt. Eine der Custom-Fit-Serien kam für mich nicht in Frage, da ich mit Otoplastiken, also speziell an den persönlichen Gehörgang angepassten Aufsätzen, bisher eher durchwachsene Erfahrungen gesammelt habe. Die Plastiken ließen sich nur schwer ins Ohr einsetzen und wieder herausnehmen, schirmten zwar gut Außengeräusche ab, boten jedoch keinen klanglichen Vorteil. Universal-Fit-Ohrhörer lassen sich mit ihren Schaumstoffpolstern dagegen kinderleicht "anlegen", bieten dennoch eine gute Abschirmung und sind dem Klang nicht abträglich. Meine Wahl fiel schließlich auf für Musiker optimierte In-Ear-Monitore, da ich an einem möglichst natürlichen Klangbild interessiert war. Und tatsächlich, der Klag der Westone UM3X ist überragend und schlägt selbst die bereits von uns getesteten TripleFi 10vi. Der Bass ist sehr ausgeprägt, ohne dass Mitten oder Höhen verschluckt würden. Die drei Treiber (Hochtöner, Mitteltöner und Tieftöner) sorgen für einen angenehm ausgewogenen Sound. Selbst beim Hören altbekannter Songs fielen neue Details und sogar bisher unbemerkte Fehler in der Aufnahme auf. Ein weiterer Vorteil gegenüber Konkurrenzprodukten ist die kompakte Bauweise der UM3X. Die Profi-Ohrhörer verschwinden komplett in der Ohrmuschel. Dies hat den Vorteil, dass beispielsweise im Liegen einem Hörbuch gelauscht werden kann, ohne dass Druck auf In-Ear-Monitore oder Ohr ausgeübt werden würde. Der Sitz im Gehörgang ist sehr angenehm, und schon nach kurzer Zeit hat man vergessen, dass man Ohr- statt Kopfhörer trägt. Das Kabel wird über das Ohr gelegt, wie der Bügel einer Brille, und läuft schließlich hinter dem Ohr nach unten Richtung iOS-Gerät. Kabelgeräusche werden so vermieden. Beim Testen fiel mir auf, dass selbst beim schnellen Gehen keine Kabelgeräusche ins Ohr gelangten. Ich vermute, dass dies nicht nur der Trageweise des Kabels geschuldet ist, denn andere ähnlich getragene Ohrhörer erzeugten sehr wohl etwas Kabellärm. Wenn man sich das Kabel der UM3X ansieht fällt auf, dass es verdrillt ist. Es bewegt sich im Alltagseinsatz nur wenig und löscht Störgeräusche, die durch Reibung an der Kleidung entstehen, effektiv aus.
Apropos Kabel: Die UM3X gibt es als normale und als die hier vorgestellte RC-Version. RC steht für removable cable, also ein abnehmbares Kabel. Ich empfehle euch diese kaum teurere Variante, denn jeden In-Ear-Ohrhörer ereilt früher oder später der Tod durch Kabelbruch. Wer seine Investition immer brav in einer Tragetasche aufbewahrt, wird sicher lange Freude daran haben, aber wer wie ich schon einmal mit dem Ohrhörerkabel irgendwo hängengeblieben ist, wird sich darüber freuen den ummantelten Kupferdraht bei Bedarf austauschen zu können. Das Kabel weist aber noch eine weitere Raffinesse auf. Die Länge vom Ohrhörerpaar bis zur Zusammenführung der beiden Kabelenden, lässt sich über eine Plastiköse einstellen. Führt man das Kabel hinter dem Nacken entlang, kann der Sitz der ohnehin passgenauen Ohrhörer nochmals gesichert werden.
|





