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Das neue iPad im Test

Geschrieben von: Frank.

Schlangestehen war wieder angesagt, wollte man das neue iPad (so lautet der offizielle Name, aber wir werden es dennoch iPad 3 nennen) schon am Freitag den 16. März  in den Händen halten. Um die Warteschlangen vor den zwei Hamburger Apple Stores haben wir diesmal einen großen Bogen gemacht, denn wie unsere Erfahrungen bei den letzten Produkteinführungen gezeigt haben, waren auch am Folgetag des jeweiligen Verkaufsstarts noch genügend Geräte in Apples Ladengeschäften vorrätig. Wir lagen mit unserer Vermutung richtig und kauften unser iPad (3) am Samstagnachmittag ohne Anstehen am Apple Store Jungfernstieg.

Die wohl auffälligste Neuerung beim neuen iPad, ist das sogenannte Retina-Display. Wie schon bei der Einführung des iPhone 4, hat Apple nun auch beim iPad die Auflösung exakt verdoppelt. 2048 x 1536 Bildpunkte zeigt das Tablet nun. Text und entsprechend hochaufgelöste Bilder sind gestochen scharf. Um den Unterschied zu verdeutlichen, haben wir Apples Homepage besucht, die bereits Retina-optimierte Grafiken enthält, und das Display von iPad 2 und iPad 3 abfotografiert. Unser Beispielbild belegt außerdem, dass der Bildschirm des neuen iPads etwas kräftigere Farben zeigt.

Im Web zu surfen macht dank des gestochen scharfen und damit ruhigen Schriftbildes noch mehr Spaß. Zeitschriften, die im PDF-Gewand daherkommen, etwa wie das Apple-Magazin Mac & i, profitieren ebenfalls von der höheren Auflösung. Bisher nicht an das iPad, aber dafür an die höhere Auflösung des iPhone 4/4S angepasste Apps, wie zum Beispiel der Facebook-Messenger, laden auf dem iPad 3 höher aufgelöste Grafiken. Dies macht sich vor allem positiv bemerkbar, wenn man die jeweilige native iPhone-App um den Faktor 2 zoomt.

Das iPad 3 ist 0,6 mm dicker und rund 50 g schwerer als der Vorgänger. Dies ist vor allem dem größeren Akku geschuldet, dessen Kapazität von 25 auf 42,5 Wattstunden erhöht wurde. Da Apple jedoch das gleiche 10-W-Netzteil wie bisher mitliefert, verlängert sich damit auch die Ladezeit des neuen iPads erheblich. Mac & i hat hier nachgemessen und spricht von 7,1 Stunden für einen kompletten Ladezyklus (beim iPad 2 sollen es 4,7 Stunden sein). Die Akkulaufzeit hat sich im Vergleich zum Vorgängermodell nicht verbessert, was nur den Schluss zulässt, dass der Energiebedarf deutlich gestiegen ist. Der in der 4G-Variante verbaute Mobilfunkchip kann jedoch nicht die Ursache sein, da die Akkulaufzeit der WiFi-Version nicht besser ist. Wir vermuten daher, dass sowohl das Display, also auch die CPU sich mehr Energie als bisher genehmigen. Zum einen wird natürlich auch mehr Leistung auf Grund der höheren Pixeldichte benötigt, etwa wenn es darum geht Websites zu rendern, zum anderen steckt im iPad 3 ein neuer Prozessor namens A5X, der wie im Vorgänger mit 1 Ghz getaktet ist. Wir haben das iPad 2 und 3 im Geekbench 2 gegeneinander antreten lassen, und siehe da, beide erreichten in etwa den gleichen Messwert um 760 Punkte. Das X steht also allein für die schnellere Grafikeinheit, die Apple eingebaut hat. Hier rechnen nun statt 2 ganze 4 Kerne des PowerVR SGX 543MP4. Entsprechend verdoppelt sich auch die Grafikleistung laut GLBenchmark 2.1 von 993 Mio. Texel/s auf 1985 Mio. Texel/sPunkte. Wir dürfen uns also auf neue Grafik-Kracher im Spielesektor freuen, welche die zusätzliche Leistung auszureizen wissen. Geekbech 2 verriet uns zudem, dass im neuen iPad 1 GB RAM stecken, im iPad 2 ist es nur die Hälfte. Bisher war die RAM-Ausstattung von Apples iOS-Geräten immer ein Nadelöhr, das bei speicherhungrigen Apps für Abstürze sorgen konnte, da das Speichermanagement nicht in der Lage war in kürzester Zeit genug RAM freizuschaufeln. Dieses Problem dürfte nun deutlich seltener auftreten als bisher.

Das schnellere Mobilfunkmodul, das hierzulande bis zu 42 Mbit/s im Downstream unterstützt, konnten wir leider nicht ausreizen, da die Mobilfunkzelle, in der wir uns zum Testzeitpunkt befanden, keine ausreichenden Datenraten zur Verfügung stellen konnte. Hier erreichten wir selbst mit dem iPad 2 nur unterirdische 1-2 Mbit/s, obwohl 5 Mbit/s und mehr durchaus möglich sind. Die neue Kamera im iPad 3 schießt deutlich schärfere Bilder, was angesichts der Auflösung von 5 Megapixel nicht verwunderlich ist, kommt jedoch nicht an die Knippse im aktuellen iPhone heran. Softwareseitig spendiert Apple dem iPad 3 eine Diktierfunktion à la iPhone 4S, jedoch nicht die persönliche Assistentin Siri.

 

Fazit

Das iPad 3 präsentiert sich als logische Weiterentwicklung des Vorgängers. Das hochauflösende Retina-Display ist ein sehr hübsches Fenster zum Internet und setzt neue Maßstäbe im Tablet-Sektor. Die Arbeitsspeichererweiterung auf 1 GB RAM war längst überfällig und sollte als Performance-Plus nicht unterschätzt werden. Spieler bekommen durch die Verdoppelung der Grafikleistung ihr ganz persönliches Kaufargument geliefert. Die verbesserte Kamera wird jedoch kaum jemanden hinter dem Ofen hervorlocken, denn als Digitalkamera-Ersatz ist das iPad schlicht zu groß.

Das etwas höhere Gewicht fällt nicht weiter auf. Dies gilt jedoch nicht für die längere Ladedauer, denn auch ein iPad muss ab und zu an die Steckdose. Der integrierte LTE-Standard setzt auf US-Frequenzen und lässt sich daher in Deutschland nicht nutzen. Die Bezeichnung iPad WiFi + 4G ist daher irreführend.  Nicht nachvollziehbar ist, warum Apple Siri nicht komplett ins neue iPad integriert hat.

Am Preismodell hat Apple nichts geändert. Los geht es mit 479 Euro für das 16-GB-Modell ohne UMTS. Das teuerste iPad geht für 799 Euro über den Ladentisch und verfügt über 64 GB Speicher und schnelles mobiles Internet. Das iPad 2 ist ab 399 Euro weiterhin erhältlich.

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