| Blutdruckmessung mit iPhone und iPad |
| Geschrieben von: Frank | |||
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Gesundheitsbezogenes iPhone- und iPad-Zubehör scheint gerade schwer im Trend zu liegen. Letztes Jahr war es die WLAN-Waage von Withings, die für Aufsehen sorgte. Inzwischen sind Blutzucker- und Blutdruckmessgeräte hinzugekommen. Letzteres stellen wir euch heute vor. (...) Auch diesmal heißt der Hersteller unseres Gadgets Withings. Die Franzosen haben ihre Gratis-App angepasst, so dass Besitzer der Online-Waage Gewicht, Fettanteil, Blutdruck und Puls mit nur einer Anwendung kontrollieren können. Die Messwerte werden grafisch aufbereitet, lassen sich aber auch jederzeit einzeln betrachten und sogar als Tabelle per E-Mail versenden. Die Bedienung ist kinderleicht:
An der Verarbeitung des Messgerätes gibt es nichts zu mäkeln. Im Gegenteil, die Armmanschette wirkt sehr solide und das Datenkabel wurde vom Hersteller verstärkt. Zur Qualität des verbauten Kompressor können wir nichts sagen, da dieser im seitlich angebrachten Zylinder steckt, der auch das Batteriefach beherbergt. In letzteres kommen übrigens 4x AAA-Zellen. Zur Erhöhung der Messgenauigkeit bietet die App die Option eine automatische Dreifachmessung vorzunehmen und berechnet danach den arithmetischen Mittelwert. Überhaupt überraschte uns die Genauigkeit des Withings-Gadgets. Die liegt mit +/- 3 mmHg bei der Blutdruck- und +/- 5% bei der Pulsmessung auf dem Niveau sehr guter Oberarmmessgeräte für zu Hause. Der Anwender hat damit also kein iOS-Spielzeug vor sich, sondern ein ernstzunehmendes Qualitätsprodukt. Zwar kostet das Withings-Gerät mit 129 Euro gut das Drei- bis Vierfache eines herkömmlichen digitalen Blutdruckmessers, bietet dafür aber einige Vorteile. Während die 0815-Klasse höchstens 100 Messwerte speichern kann, gibt es beim Withings-Produkt keine Begrenzung. Da die Daten auch grafisch dargestellt werden, lassen sich Langzeittrends verfolgen. Die Möglichkeit Messdaten zu exportieren ist ein weiterer Pluspunkt. Der behandelnde Arzt kann daher seine Diagnose auf der Grundlage einer bisher unerreichten Messwerthistorie stellen. Wer also auf eine möglichst lückenlose Beobachtung seiner Blutdruckwerte angewiesen ist, wird beim Messgerät nicht knausern. Selbst wenn das eigene iOS-Gerät einmal verlorengehen sollte, befinden sich die Messdaten immer noch auf dem Withings-Server und können weiterhin per Browser betrachtet werden. Selbstverständlich sind eure Daten mit Benutzername und Passwort vor den Augen Dritter geschützt. Das Schöne beim Withings-Ansatz ist auch, dass sich verschiedene Benutzer anlegen lassen. So kann die ganze Familie ihre Gesundheit überwachen, ohne dass Messwerte vermischt werden.
Wer seinen Blutdruck nicht immer zu gleichen Tageszeit messen kann, bekommt ebenfalls Hilfestellung. Der iOS-Blutdruckmesser notiert nicht nur Datum und Uhrzeit einer Messung, sondern sortiert die Werte auch nach morgens und abends und errechnet aus allen zusammengehörigen Daten einen Mittelwert für Puls und Blutdruck. Messwerte die beim Arzt ermittelt wurden, lassen sich manuell in der App nachtragen. Wer noch keine Ahnung davon hat wie die Messergebnisse zu beurteilen sind, findet in der Withings-Anwendung ein ausführliches FAQ in deutscher Sprache. Dort gibt es auch weiterführende Erläuterungen und Hinweise zum Messgerät. Eine Farb-Codierung neben den Zahlenwerten hilft zudem bei der schnellen Einschätzung der Daten. Ein Klick auf den Farbklecks genügt und der Nutzer bekommt weiterführende Erläuterungen zu dessen Bedeutung und ab wann von Bluthochdruck die Rede ist. Das Nutzerhandbuch gibt es auch noch einmal in elektronischer Form innerhalb der App, allerdings wieder nur in Englisch
Fazit Für 129 Euro bietet Withings nicht nur ein erstklassiges Blutdruckmessgerät an, sondern sorgt auch für die nach unserer Auffassung mindestens genauso wichtige Langzeitdokumentation. Der Laie kann dank der grafischen Auswertung auf einen Blick sehen, ob sein Blutdruck besorgniserregende Werte erreicht, oder ob die kürzlich eingeleitete Ernährungsumstellung schon erste Erfolge zeigt. Die Motivation regelmäßige Messungen durchzuführen, dürfte nicht zuletzt dank der optischen Anreize der App deutlich höher liegen als bei klassischen Blutdruckmessgeräten.
Kommentare (4)
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Auf Grund der einfachen Handhabung ist es zu verschmerzen, dass dem Gadget keine gedruckte Anleitung in deutscher Sprache beiliegt (nur Englisch und Französisch). Trotzdem gilt es ein paar Grundregeln zu beachten, damit das Messergebnis nicht verfälscht wird:
gerade wegen der Möglichkeit der Langzeit-Dokumentation hatte ich schon
überlegt, mir diesen Blutdruckmessgerät zu kaufen.
Zwei Fragen:
1. Die Genauigkeitsangaben - sind die aus dem Handbuch oder habt ihr das
getestet?
2. Blutdruck drei mal hintereinander zu messen, wurde bisher nie empfohlen. Auf
welcher fachliche Grundlage wird diese Option empfohlen?
Vielen Dank
Wolfram