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Workshop! - Stromspartipps für das iPhone

Geschrieben von: Frank.

Nach längerer Abstinenz haben wir heute mal wieder ein paar Tipps aus unserer Praxiswerkstatt für euch. Diesmal geht es darum die Akkulaufzeit des iPhones zu verlängern, welche im Vergleich zum iPod touch doch manchmal recht knapp ist.

Die Ratschläge sind diesmal sehr umfangreich geraten, aber ich denke die Mühe war es wert. Viel Spaß beim Lesen!

Bildschirmhelligkeit (Einstellungen/Helligkeit)

Zunächst sollte man die Bildschirmhelligkeit heruntersetzen. Da das iPhone einen sehr großen Touchscreen hat, ist dieser einer der größten Verbraucher im Gerät.

Bluetooth ausschalten (Einstellungen/Allgemein/Bluetooth)

Bluetooth sollte wenn möglich deaktiviert werden, da das iPhone ansonsten regelmäßig nach Bluetooth-Geräten sucht. Auch die längere Verwendung von Bluetooth-Kopfhörern oder -Headsets ist nicht empfehlenswert. Die saugen den Akku so schnell leer, dass man dabei zusehen kann.

Wi-Fi abschalten (Einstellungen/Wi-Fi)

Das iPhone sucht bei aktiviertem Wi-Fi ständig nach WLANs in die es sich einloggen kann. Das verbraucht natürlich Energie.

3G deaktivieren (Einstellungen/Allgemein/Netzwerk)

Wer kein UMTS nutzt, weil es in seinem Aufenthaltsbereich beispielsweise nur GPRS/EDGE gibt, sollte es abschalten. Dadurch verlängert sich vor allem die Standby-Zeit.

Ortungsdienste sparsam einsetzen (Einstellungen/Allgemein)

Das iPhone kann per WLAN und GPS seine Position bestimmen. Manche Apps nutzen diese Funktion ohne einen echten Mehrwert zu bieten und nuckeln damit kräftig am Akku. Der GPS-Chip verbraucht nämlich jede Menge Energie. Daher sollte die Standortbestimmung sparsam eingesetzt werden. Wenn man sie ohnehin nicht nutzen möchte, kann man sie auch gleich abschalten.

Nur in der Nähe von Steckdosen Games spielen

Spiele belasten den Akku natürlich ganz ordentlich. Gerade aufwendige 3D-Kracher fordern nicht nur den Prozessor, sondern auch den Grafikchip. Wer das iPhone den ganzen Tag braucht, sollte also nur Spiele zocken, wenn er das Gerät anschließend (oder währenddessen) aufladen kann.

Internet-Radio / Audio- und Video-Streaming möglichst meiden

Internet-Radio und Audio-Streams allgemein, sind eine sehr datenintensive Angelegenheit und damit in höchstem Maße energieaufwendig. Das gilt natürlich erst recht für Youtube und andere Video-Streams. Letztere brauchen ja auch noch den aktiven Bildschirm.

Da das iPhone eine Menge Speicherplatz bietet, sollte man diesen auch ausnutzen und unterwegs möglichst auf eigene Musik und Videos zurückgreifen. Wer auf Youtube- und andere Internet-Videos nicht verzichten mag, kann sich diese mit Tools wie dem Free FLV Converter herunterladen und anschließend mit dem ABC 3GP Converter in ein iPhone-taugliches Format umwandeln. Nun noch in iTunes einfügen und schon hat man seine Lieblingsclips immer dabei.

Wenn möglich Wi-Fi statt 3G nutzen

Wer eine UMTS-Flat besitzt kann sich glücklich schätzen, denn das bedeutet, dass man sich wenig Gedanken um die Datennutzung machen muss. Dennoch sollte man wenn möglich lieber auf bekannte WLANs zurückgreifen, da die WLAN-Nutzung nicht ganz so viel Energie benötigt wie die UMTS-Nutzung. Vorsicht aber beim Zugriff auf fremde und unverschlüsselte WLANs! Hier kann jeder Datendieb eure Verbindung abhören.

Vibration abschalten (Einstellungen/Töne)

Manche Apps nutzen die Vibrations-Funktion geradezu exzessiv. Das kostet Energie, und zwar nicht zu knapp. Kann man der App das Vibrieren nicht abgewöhnen, muss man es ggf. komplett abschalten.

Push abschalten (Einstellungen/Mail, Kontakte, Kalender/Datenabgleich)

Wer Push-Mails bzw. MobileMe nicht nutzt, sollte Push natürlich abschalten. Das Abrufintervall von Mails setzen Strom-Sparfüchse auf "manuell".

Push Notifications abschalten (Einstellungen/Benachrichtigungen)

Klar, wer Push Notifications nicht braucht, kann auch hier Energie sparen. Ansonsten nimmt das iPhone regelmäßig mit Servern von Apple Kontakt auf und fragt ab, ob Push Notifications vorliegen.

Weniger E-Mail-Konten einrichten (Einstellungen/Mail, Kontakte, Kalender)

Wer dennoch nicht auf automatischen Mail-Abruf verzichten kann, sollte die die Anzahl der E-Mail-Konten reduzieren oder nicht so häufig benötigte Mail-Konten deaktivieren.

Automatische Sperre auf 1 min setzen (Einstellungen/Allgemein/Automatische Sperre)

Die automatische Sperre schaltet den Bildschirm ab und pausiert die meisten Apps. Je früher sie aktiv wird, desto mehr Energie lässt sich einsparen. Wer noch mehr rausholen will, sperrt sein iPhone über den Ein-/Ausschalter manuell, sobald er es nicht mehr braucht. Dieses Verhalten kann man sich antrainieren und so auf Dauer noch ein paar Minuten mehr Akkulaufzeit herauskitzeln

Für guten Netzempfang sorgen

Das iPhone versucht ständig einen möglichst guten Empfang zu haben. Dazu erhöht es (wie andere Handys auch) bei Bedarf die Sendeleistung. Das geht natürlich auf die Akkulaufzeit. Wenn möglich solltet ihr also für guten Empfang sorgen. Platziert das Gerät in der Nähe des Fensters (bitte nicht in der prallen Sonne), oder legt es auf einen Tisch. Schlechte Lagerorte befinden sich direkt am Körper (Hosentasche) oder in der Nähe von großen Wassermengen. Metalle oder Stahlbeton schirmen ebenfalls sehr gut Funkwellen ab.

Auch die Wahl des Mobilfunknetzes kann eine Rolle spielen. Technisch bedingt sind die deutschen E-Netze den D-Netzen in Sachen Empfangsqualität und Reichweite unterlegen. In Gebäuden hat man daher mit den beiden E-Netzen (O2, E-Plus) in der Regel einen schlechteren Empfang als mit den D-Netzen (T-Mobile, Vodafone). Ausnahmen bestätigen die Regel. Natürlich hängt auch viel davon ab wie groß die Entfernung zu nächsten Mobilfunkstation ist.

In besonders empfangsschwachen Gebieten kann es sich daher auszahlen den Flugmodus zu aktivieren und so den Akku zu schonen.

Equalizer deaktivieren (Einstellungen/iPod/Equalizer)

Wer viel Musik hört wird kaum auf den Equalizer verzichten wollen. Aber dennoch, die Deaktivierung desselben kann etwas Energie bei der Wiedergabe sparen. Hat man in iTunes bei Musikstücken das Equalizer-Profil bereits vorgegeben, muss man am iPhone den Equalizer auf "flach" setzen, um ihn zu deaktivieren.

Akkupflege

Alle gut gemeinten Tipps nützen natürlich nichts, wenn der Akku auf Grund von frühzeitigem Verschleiß ohnehin nur noch einen Bruchteil seiner vorgesehenen Kapazität aufweist. Desweiteren lässt sich der iPhone-Akku nicht ohne mal eben austauschen. Daher ist Akkupflege angesagt.

Grundsätzlich gilt:

1.) Vollständiges Laden und Entladen des Akkus möglichst vermeiden. Das schont die Zellen.

2.) Nie den Akku größerer Hitze oder Kälte aussetzen. Akkus sind auf Raumtemperatur ausgelegt. Ein ausgiebiges Sonnenband ist also für das iPhone tabu, genauso wie längere Aufenthalte im Freien bei unter 0°C. Keine Sorge, die Hosen- oder Jackentasche ist natürlich auch im Winter deutlich wärmer als 0°C.

Bei Ladevorgang sollte euer iPhone möglichst aus der Hülle genommen werden, damit kein Wärmestau entsteht.

3.) Etwa 1x im Monat kann man den Akku rekalibrieren. Dazu entlädt man ihn bis das iPhone sich abschaltet und lädt ihn anschließend auf 100%. So "weiß" der Akku wieder wie viel Kapazität er hat und schaltet nicht vorzeitig ab.

Wie lange hält der Akku wirklich

Niemand benutzt sein iPhone und stoppt gleichzeitig die Zeit. Wie lange hält der Akku also unter euren ganz persönlichen Einsatzbedingungen? Dazu genügt ein Blick unter Einstellungen/Allgemein/Benutzung. Hier protokolliert das Gerät die tatsächliche Nutzung sowie die Standby-Zeit. Aber Achtung, habt ihr euren Akku bei der letzten Aufladung nicht auf 100% geladen, zählt das iPhone einfach weiter. Die Statistik lässt sich aber manuell zurücksetzen.

Märchen

Immer wieder liest man im Netz, dass sich durch ein schwarzes Hintergrundbild Energie sparen ließe. Das ist Unsinn, denn auch bei einem schwarzen Bildschirm ist die energiehungrige Hintergrundbeleuchtung aktiv. 

Fazit:

Natürlich ist uns klar, dass das Einsparen von Energie immer auch eine Frage der Nutzung des iPhones ist. Wer das Gerät den ganzen Tag in der Hosentasche belässt, wird keine Probleme mit der Akkulaufzeit haben. Wer aber Heavy-User ist, und das trifft wohl auf die meisten iPhone-Nutzer zu, sollte sein Nutzungsverhalten so anpassen, dass er mit der Akkulaufzeit halbwegs zurechtkommt. Ansätze dazu haben wir hoffentlich aufzeigen können. Wenn dies nicht gelingt, könnte ein externer Zusatzakku eine (Not-)Lösung sein.

Hausaufgabe

Wer mal seinen Akku in Rekordzeit leersaugen möchte, sollte sich ein paar Video-Streams ansehen und den Ton mit Bluetooth-Kopfhörern genießen. Nicht wundern, der Zeitversatz von Ton und Bild ist bedingt durch die Echtzeit-Audio-Komprimierung von A2DP. Vor allem im Winter sei dieses Experiment empfohlen, denn dann kann man das iPhone als Hand-Wärmer nutzen. Wer Videos nicht mag, greift eben auf Audio-Streams zurück.

Kommentare (9)
  • frankfurter
    Diese Einstellungen nutze ich bis auf den Equalizer Tip und Lade mein 3Gs nur
    alle 2. Tage bei häufiger Nutzung.
  • Thomas
    Na das nenn ich doch mal ein Tutorial!

    Klasse gemacht, vielen Dank.
  • jimmy  - Super Tutorial
    Super Tutorial frasch. Und vorallem sehr sehr nützlich ;). Werde morgen wenn ich
    aus dem Haus gehe dann mein Wlan abschalten ;) xD
    Ich hoffe du hast nix dagegen wenn ich das TuT mal bei uns verlinke.

    gruß

    jimmy
    ------
    please visit www.apptests.de
  • frasch
    Viiiielen Dank für das ganze Lob!

    @Jimmy: Wir freuen uns über jede Verlinkung :)
  • Andreas
    Ich bin etwas verwirrt - ist es nicht eigentlich grundsätzlich besser, sein
    iPhone immer bis zu Letzt zu entladen und dann, wenn es abgeschaltet hat, erst
    wieder aufzuladen?
    Ihr behauptet hier genau das Gegenteil - was ist denn nun richtig?
  • admin
    Es kommt auf den verwendeten Batterietyp an, hier im Ipod und iPhone sind Li-On
    verbaut, für diese ist es Gift sie vollends zu entleeren.

    Hier mal ein paar Links zu dem Thema:
    http://www.batteryuniversity.com/partone-12-ger...

    bzw. von einem mit richtig Ahnung:
    http://www.ipod-forum.de/ipod/ipod-allgemein/12...

    Das beste ist das Ladung bei ca. 40 %, auf keinen Fall unter 20% auf dauer.

    Das was du meinst trifft auf ältere Ni-CD (o.ä.) Batterien zu. Nicht allerdings
    auf Li-On.
  • frasch
    Gemeint ist der berühmte Memory Effekt. Den gibt es bei Li-Ion- und Li-Po-Akkus
    nicht. Es ist daher besser sie "flach" zu zyklen.
  • Johnny
    Hat mir sehr sehr gut geholfen!! Vielen Dank !!

    :D :D :D
  • frasch
    Das freut uns natürlich!
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