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iOS 5 bietet zahlreiche neue Funktionen, die den Datenbestand des iPhones drahtlos abgleichen oder in regelmäßigen Abständen auf die Ortungsdienste zurückgreifen. Dies führt unweigerlich zu einer kürzeren Akkulaufzeit. Wir wollen euch daher ein paar allgemeine, aber auch auf iOS 5 zugeschnittene Akkutipps zukommen lassen. Damit ihr abschätzen könnt wie viel Energie sich durch den jeweiligen Tipp einsparen lässt, haben wir unsere Hinweise mit kleinen Batterie-Symbolen versehen. Je mehr Symbole ihr neben einem Tipp seht, desto mehr Akkulaufzeit könnt ihr damit herausholen. Wir haben aber nicht nachgemessen, die Bewertung erfolgt daher rein auf Erfahrungswerten und soll für euch lediglich eine Hilfe bei der Abschätzung sein, ob es sich lohnt diesen oder jenen Dienst abzuschalten und auf den damit verbundenen Komfort, zugunsten einer längeren Akkulaufzeit, zu verzichten.
Am Ende des Artikels folgen noch ein paar generelle Verhaltens-Tipps und Hinweise zur Akkupflege, die gestandenen iPhone-Experten natürlich längst bekannt sind. Dennoch wollen wir sie hier noch einmal erwähnen um auch Neueinsteigern einen guten Allround-Leitfaden bieten zu können. Für den schnellen Überblick haben wir Schlagworte fett gedruckt und unterstrichen. iPhone-Menüpfade sind nur unterstrichen.
iOS-5-Akkutipps
- Die iCloud ist ein ziemlich nützlicher Synchronisationsdienst, der eure Daten über mehrere Geräte automatisch abgleicht. Damit das funktioniert müssen die Daten auch auf Apples Servern abgelegt werden, das heißt euer iPhone lädt sie ins Internet und benötigt dafür Energie. Je nachdem ob und wie viele iCloud-Dienste ihr nutzt, wird also auch euer Akku belastet. Schaltet unter Einstellungen/iCloud also diejenigen Dienste ab, die ihr nicht benötigt. Wenn ihr zum Beispiel mit dem iPhone viele Fotos knippst, könnte sich die Fotostream-Funktion als ziemlicher Akku-Killer erweisen, da alle Schnappschüsse auf Apples Server geladen werden.
- Die Erinnerungen-App ist in der Lage ortsabhängige Merkzettel zu generieren. Damit die jeweilige Erinnerung auch genau dann eintrifft wenn ihr den Supermarkt erreicht, oder das Haus verlasst, muss der Dienst permanent auf die GPS-Daten des iPhones zurückgreifen. Wer auf ortsbasierte Erinnerungen verzichtet, kann also Strom sparen.

- Auch das Wetter-Widget in der Mitteilungszentrale fragt euren Standort gelegentlich für das lokale Wetter ab. Wer sich aber sowieso nur in ein und derselben Stadt aufhält, kann diese in der Wetter-App voreinstellen und auf die Lokalisierung unter Einstellungen / Ortungsdienste verzichten. Dennoch lädt das Wetter-Widget gelegentlich Daten aus dem Netz. Wer noch mehr Energie sparen will, deaktiviert es gleich ganz unter Einstellungen / Mitteilungen.

- Unter Einstellungen / Ortungsdienste / Systemdienste könnt ihr seit iOS 5 gezielt einstellen welche Systemfunktionen des iPhones euren Standort ermitteln dürfen. Akku-kritisch ist hier vor allem die Funktion "Zeitzone einstellen", da diese permanent Positionsdaten abfragt. Wenn ihr nicht gerade ein Globetrotter seid, solltet ihr diesen Automatismus unbedingt abstellen.

Der Nutzen der restlichen Systemdienste hält sich ebenfalls in Grenzen:
"Diagnose & Nutzung" dient allein der Datensammelwut von Apple und darf bedenkenlos abgeschaltet werden.

Die Funktion "Funknetzsuche" hat Apple nicht näher dokumentiert, sodass wir nicht genau sagen können wozu sie dient. Eventuell soll sie an der Landesgrenze wohnenden Nutzern helfen sich ausschließlich in die inländischen Mobilfunknetze einzuwählen. (reine Spekulation unsererseits) Das iPhone aktiviert diesen Systemdienst wenn es eingeschaltet oder aus dem Flugmodus aufgeweckt wird.

"Kompasskalibrierung" hilft der Kompass-App bei der korrekten Bestimmung der Himmelsrichtungen und wird nur aktiv wenn die Kompass-Anwendung gestartet wird.

"Ortsabhängige iAds" versorgt euch mit auf euren Standort zugeschnittenen Werbebannern. Darauf kann man gut verzichten.

Wozu "Verkehr" dient ist uns noch ein Rätsel. Es hat jedenfalls nichts mit dem Anzeigen des Verkehrsaufkommens in der Karten-App zu tun. Dieser Dienst wurde bisher noch nicht auf unserem iPhone gestartet und könnte daher eine bisher nicht veröffentlichte Apple-Anwendung unterstützen.
- Beim ersten Einrichten von iOS 5 fragt das iPhone ob es Diagnosedaten an Apple senden darf. Wer vergessen hat diese Abfrage zu verneinen, kann das unter Einstellungen / Allgemein / Info / Diagnose & Nutzung nachholen.

- Der drahtlose iTunes-Abgleich per WiFi, in iOS 5 als iTunes WLAN Sync bezeichnet, soll laut Nutzerberichten im Internet ebenfalls ein Akkufresser sein. Allerdings lässt sich die Funktion nur in iTunes selbst abschalten und muss manuell ausgelöst werden. Daher können wir uns eigentlich nicht vorstellen dass die Deaktivierung etwas nützt.
Allgemeine Akkutipps
- Unter Einstellungen / Ortungsdienste könnt ihr alle Apps einsehen die auf die GPS-Daten eures iPhone zugreifen dürfen. Eine Positionsbestimmung per GPS benötigt relativ viel Energie, sodass ihr nur jenen Apps erlauben solltet euer iPhone zu orten, die euch auch den entsprechenden Nutzen bringen. Darunter fallen zum Beispiel alle Navigations-Apps. Überlegt euch auch, ob man in jedem Foto die aktuellen Geodaten braucht, oder ob man nicht selbst weiß wo die Aufnahme entstanden ist. Die iPhone-Suche braucht ihr nicht abschalten. Sie greift erst dann auf GPS-Daten zurück, wenn das iPhone auch tatsächlich gesucht wird. Wer unsicher ist, ob und wie oft eine App den iPhone-Standort bestimt, aktiviert das Statusleistensymbol (dreieckiger Pfeil neben der Uhr) unter Einstellungen / Ortungsdienste / Systemdienste / Statusleistenobjekt (setzt iOS 5 voraus).

- Alle nicht benötigten Funkverbindungen sollten stets ausgeschaltet werden, um den Akku zu schonen. Dazu zählen vor allem WLAN und Bluetooth. Wer selten auf das Internet zugreift, kann auch 3G-Verbindungen unter Einstellungen/Allgemein/Netzwerk abschalten, verringert damit jedoch die Download- und Upload-Geschwindigkeit seines iPhones. Beim iPhone 4S ist dies jedoch nicht möglich. Hier lassen sich nur sämtliche mobilen Datendienste deaktivieren, was ziemlich unpraktisch ist, wenn man nicht nur Telefonieren und SMS schreiben möchte.

- Push-Benachrichtigungen, zu finden unter Einstellungen / Mitteilungen und Einstellungen / Mail, Kontakte, Kalender, sollten sparsam genutzt werden. Erlaubt also nicht jeder beliebigen App euch mit Sofortnachrichten zu bombardieren. Gleiches gilt für E-Mail-Accounts. Wer hier auf Push verzichten kann und den Mail-Abruf auf "manuell" setzt, kann seinen Akku etwas entlasten.

- Wer die Bildschirmhelligkeit, zu finden unter Einstellungen / Helligkeit, herunterregelt, spart ebenfalls Strom.

Einsteiger-Tipp: Die automatische Anpassung der Helligkeit funktioniert nur in eine Richtung, nämlich von dunkel nach hell. Das iPhone dimmt das Display nicht selbständig, wenn das Umgebungslicht schwächer wird. Dazu muss der Nutzer manuell eingreifen und das iPhone kurz per Standby-Taste sperren. Nach dem anschließenden Entriegeln hat das Smartphone den Helligkeitswert nach unten angepasst.
Tipps zur akkuschonenden iPhone-Nutzung
- Sorgt bei der iPhone-Nutzung für möglichst guten Empfang. Manche Schutzhüllen mindern den Empfang durch Metallelemente oder schlicht durch ihre Dicke. Bei längerer Nichtbenutzung kann es sich auch lohnen das iPhone auf einem Tisch abzulegen anstatt es in der Hosentasche die Sendeleistung nach oben schrauben zu lassen. Haltet das iPhone bei der Benutzung locker in der Hand anstatt es fest zu umklammern und so die Antennen abzuschirmen.
Solltet ihr in einem Gebäude oder auf dem Land gar keinen Netzempfang mehr haben, schaltet das iPhone am besten in den Flugmodus, da das Gerät sonst permanent auf Netzsuche geht.
- Wer sein iPhone den ganzen Tag braucht und auf keine Steckdose zurückgreifen kann, sollte auf Akkufresser-Apps, wie zum Beispiel aufwendige Spiele, verzichten. Alternativ kann es sich lohnen einen externen Zusatzakku mitzuführen oder ein Akku-Case wie das Mophie Juice Pack Air oder das Raikko Power Case zu nutzen.

- Audio- und besonders Video-Streams fordern den iPhone-Akku ebenso heraus. Wer sich bereits zu Hause Podcasts und Musik aufs iPhone lädt, spart eine Menge Energie. Auch Musik-Flat-Dienste wie Simfy und Napster bieten in ihren Apps die Möglichkeit Songs offline zu speichern.

- Datenverkehr der über WLAN statt 3G läuft, schont den Akku. Downloads und Uploads sind nicht nur schneller beendet sondern belasten auch nicht das stromhungrigere UMTS-Modul.

- Manche Apps setzten geradezu verschwenderisch Vibrationen ein. Einige Spiele verstehen das Vibrationsmodul des iPhones gar als mobiles Force Feedback. Oft lässt sich diese Funktion jedoch innerhalb der Anwendung abschalten. Davon sollte man dann auch Gebrauch machen.

- Jede Minute, die der iPhone-Bildschirm abgeschaltet ist, bringt euch mehr Akkulaufzeit. Da der Standby-Betrieb nur einen Bruchteil des Akkustroms eines eingeschalteten iPhones benötigt, sollte man das Smartphone bei Nichtbenutzung per Standby-Taste schlafen legen (aber nicht abschalten). Wer auf Nummer sicher gehen will setzt unter Einstellungen / Allgemein / Automatische Sperre den Timer auf eine Minute.

- Manche Apps wie Skype bleiben auch im Hintergrund noch aktiv und senden/empfangen permanent Daten. Achtet also darauf welche Apps ihr besser manuell per Task-Switcher beenden solltet (Für Neulinge: Doppelklick auf den Home-Button, App gedrückt halten und das kleine rote Symbol antippen).

- Solltet ihr viel Musik mit der Musik/iPod-App hören, lohnt es sich den Equalizer unter Einstellungen/iPod bzw. Musik abzuschalten.

Tipps zur Akkupflege
- Damit euer Akku nicht vorzeitig verschleißt, solltet ihr nach Möglichkeit vermeiden ihn häufiger vollständig zu entladen. Lithium-Akkus mögen tiefes Entladen nicht und verlieren jedes Mal ein bisschen ihrer Kapazität. Häufiges Laden macht Lithium-Akkus dagegen wenig aus. Ladet euer iPhone aber nicht unnötigerweise von 90 auf 100% auf. Alle 1-2 Monate könnt ihr euren iPhone-Akku aber guten Gewissens vollständig entladen, um die Batterie-Anzeige zu kalibrieren. Damit wird erreicht, dass euer iPhone nicht eine zu niedrige Ladekapazität anzeigt, obwohl der Akku eigentlich noch etwas Reserve hat.
- Lithiums-Akkus mögen keine Wärme. Achtet also beim Aufladen und bei der Nutzung leistungshungriger Apps/Spiele darauf, dass die entstehende Hitze gut an die Umgebung abgegeben werden kann. Schutzhüllen sind da eher hinderlich. Und natürlich sollte man sein iPhone weder bei Sommerhitze noch im Winterkälte im Auto liegenlassen
- Akkupflege ist eine Wissenschaft für sich. Wer mehr darüber erfahren möchte findet bei der BatteryUniversity leicht verständliches Fachwissen.
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